Die Referentin #43 - Aktuelle Beiträge

Editorial

Die Referentin | Editorial, 3. März 2026
Die Referentin #43

Wir beginnen mit Sophia Gatzkans Without the blood bond the arch would fall: Die Arbeit ist aktuell in der Ausstellung The World With­out Us im Kunstmuseum Lentos zu sehen. Stefan Schmitzer hat sich die Schau angesehen und sinniert über Präsenz & Absenz des Menschen. 

In weiteren Texten geht es ebenfalls um die Abwesenheit von Menschen: Das Nature Writing von Franziska Füchsl verweist auf eine Zukunft, in der Menschen schon weg, aber ihre Spuren noch da sind. Ralf Petersen hat sich die Literatur Füchsls angesehen, die zu Aussagen verleitet a la: „Schreiben wie ein Fluss denkt“. 

Die Referentin-Redaktion hat sich wiederum eine Ausstellung angesehen, die eine komplett andere Zeitlichkeit in den Mittelpunkt gestellt hat als das menschliche Maß es gerne als gegeben erwartet: It’s still early, ein künstlerischer Ex­kurs und eine Exkursion in die Natur Kolumbiens. 

Sprachkritik, Körperwirklichkeit und eine weitere Natur, nämlich die Natur der Gewalt: Stefan Schmitzer hat Hannah K. Bründls Liebesgedichte gelesen. Bründl schreibt etwa davon, „aus der bahn geprügelt zu werden“ oder generiert solch bitteren Perlen wie: „es ist keine schande geliebt zu haben, auch ein schwein geliebt zu haben“. 

Damit leiten wir auf den Kampftag 8. März über, der wie ein Horror-Déjà-vu die schlimms­ten Diskriminierungen und Gewalterfahrungen immer und immer wieder auf die jährliche Agenda stellen muss. Und auch, wenn in diesem Heft nur Verweise auf die Inhalte zu finden sind: Hingehen! 

Und was gibts sonst noch?

Die Akzeptanz von Waffen nimmt wieder zu. Ralf Petersen berichtet in zwei Reportagen über die Präsenz von Schuss­waffen in Kunst und Kultur. Und um die lokale Waffenszene mal so zu hinterfragen: Leider alles Trotteln? Fast so wird das zumindest in einem der beiden Texte in den Raum gestellt. 

Eine Klammer aus Migration und Heimat ergibt sich über zwei Filme, die bei Crossing Europe laufen werden: Christian Klosz hat bereits die beiden Filme Die noch unbekannten Tage und Baba, what’s your plan? für die Referentin gesichtet. Amalia Barbozas City Atlas reflektiert ebenfalls das Leben von Migrant:innen. Amalia Barboza erwähnt im Interview übrigens wie Mar Pilz in ihrer Kolumne den Mann, der beim Super Bowl 2026 für einen kurzen Moment die Realität in den USA zurechtgerückt hat: Bad Bunny. 

In der Referentin gibts – wie immer – noch viel mehr zu lesen. 

Hier verweisen wir noch auf einen Text von Aimilia Liontou, die die Arbeit KI-Dipfies von Computer Lars und Leander Gussmann bespro­chen hat. Eine, wir zitieren die Presseaussendung des ausstellenden Kunstraum Memphis, „technosoziale Arbeit, die den Ausstel­lungs­raum als Interface besetzt und Fragen von synthetischer Politik, kollektiver Autor*innenschaft und algorithmischer Steuerung verhandelt“. 

Na servus, das klingt ja ganz nach schöner neuer Welt. Nur noch viel schlimmer. 

Und apropos noch viel schlimmer: die Weltlage. Wir zitieren dazu außerdem eine Presseaussendung des Kunstraumes Memphis von Beginn des Jahres: „2026 beginnt in einer Welt, in der Kriege, Vertreibung und autoritäre Macht­ver­schiebungen nicht mehr als Ausnahme, sondern als Betriebszustand erscheinen – abgesichert durch ökonomische Interessen, sicherheitspolitische Rhetoriken und mediale Dauererregung. Geopolitisch, moralisch und religiös legitimierte Gewalt, der Rückzug in Nationalismen und die Normalisierung autoritärer Politikformen sind kein Unfall, sondern Teil einer Ordnung, die gelernt hat, mittels Eskalation zu funktionieren. Als Teil westlicher Wohlstandslogiken, als Mitprofiteur*innen von Abschottung, Auslagerung und politischer Bequemlichkeit stehen wir auch nicht außerhalb dieser Konstellationen. All das verändert, wie man arbeitet, wie man spricht, wie man bleibt.“

Dass besonders Kunst und Kultur da ganz zentral gefordert sind, liegt auf der Hand. Leicht wirds nicht, aber irgendwer muss den Job ja machen … 

… meinen also die Player und Protagonist:innen der hiesigen freien Kunst- und Kulturszenen 

und auch die Referentinnen
Tanja Brandmayr und Olivia Schütz

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