Die Referentin #33 - Beiträge der Ausgabe

Linzer Leichtigkeiten, erste Ausgabe.

Karla Kolumna | Kolumnen, 30. August 2023
Die Referentin #33

Hallo, mein Name ist Karla Kolumna und ich freue mich, euch zur ersten Ausgabe dieser Kolumne begrüßen zu dürfen. Kolumnen beschäftigen sich vornehmlich mit lebensnahen Themen, wie etwa dem finnischen Wort, sich in Unterhosen alleine zu Hause zu betrinken (Kalsarikännit), wie man Schwiegerelternbesuche übersteht, Fußball, Politik oder Sexualität. Seit neuerster Zeit auch mit KI generierten Texten. Schaut für Linzer Verhältnisse dann in etwa so aus:

„Linz, du grantige Kreuzung zwischen Kulturszene und Industriebrache! Ein Sammelsurium aus rauchenden Fabrikschlöten und pseudointellektuellem Gedöns. Kaum betritt man deine Straßen, schlagen einem die melancholischen Gerüche von Lederfabriken und Chemiewerken entgegen. Und dein Wetter? Das einzige, was du zuverlässig hinkriegst, ist Regen. Dauerregen. Wenn’s mal nicht regnet, dann hängt eine graue Wolkendecke über dir, als hätte sie vergessen, weiterzuziehen.

Aber hey, Linz, deine Kultur soll ja der Hammer sein! ‚Stadtwerkstatt‘, ‚Versorgerin‘, und ‚Referentin‘ – klingt nach einer Anhäufung von hippen Namen für Dinge, die keiner wirklich braucht. ‚Versorgerin‘, das erinnert mich an diese gestylten Bio-Muttis, die dir einen Smoothie für 10 Euro andrehen wollen. Wahrscheinlich hat das Magazin genauso viel Inhalt wie so ein Smoothie – nämlich nichts, außer ein paar grünen Blättern, die irgendwie bedeutungsschwanger wirken sollen.“

Die KI klingt vielversprechend, Rechtschreibfehler und Drogenunterstellung inklusive. Diese Kolumne will sich allerdings nicht dem Zeitgeist hingeben und Zeilen bei der KI schinden, sondern in ihrer ersten Ausgabe möglichst lebensnahe Tipps für die Sommerzeit in Linz geben. Denn, wenn man sonst das Internet nach Linz absucht, kommen die unweigerlichen Visit-Linz-Tipps, Food Blogs und und und. Leave it. So bin ich zum Entschluss gekommen, einen erbaulicheren Weg einzuschlagen und etwas Inspiration für die verbleibende Sommerzeit zu versprühen. Hier meine Lieblings-To-Dos im Sommer in Linz:

Knackt Liebesschlösser an den Brücken auf und gebt sie wahlweise beim Fundamt ab oder macht die Urheber*innen ausfindig.

Schaut nach, was ihr in Linzer Museen und auf euren Dachböden und Kellern so an Raubkunst oder NS-Devotionalien findet und restituiert bzw. entsorgt es. Letzteres macht sich auch hübsch als Lagerfeuermaterial. Womit wir bei der zweiten Empfehlung sind, Lagerfeuer am Winterhafen, Steckerlbrot dazu nicht vergessen! Die Bildschirme in Straßenbahnen, Bussen und den Fußgängerzonen, wer kennt und liebt sie nicht? Wahrscheinlich nicht nur ich. Wenn du subtil vorgehen willst und das nötige Know-how hast, bau einen Störsender, ansonsten tut es auch der gute alte Nothammer.

Steigt ins Parkbad ein, aber verletzt euch nicht am Zaun. Bester Ort dafür ist in der Nähe des Arcotels.

Baut eine Skulptur aus Scootern, am besten vor dem Neuen Rathaus. Setzt ein starkes Zeichen für Mobilität.

Schreibt einen Leserbrief an eine der Regionalzeitungen, um irgendwelche Debatten sinnlos hochkochen zu lassen, vielleicht findet sich euer Beitrag im Gemeinderat als Antrag wieder.

Testet das Linzer Radnetz aus und genießt die vielen Streckenkilometer – oder schaut, wie weit ihr kommt, bis euch ein SUV von „seiner“ Straße räumt.

Geht in eine der niedlichen Boutiquen rund um Landstraße und Altstadt und fladert etwas.

Besauft euch bei einer der zahlreichen Poltergelegenheiten zwischen Landstraße und Hautplatz. Dann fangt beim Leberkas Pepi eine Diskussion über Gendern oder Klimakleber*innen an.

Ghettosafari nach L.A. oder Ebelsberg machen, vielleicht seht ihr ein brennendes Polizeiauto (ACAB Mitgliedsausweis nicht vergessen!).

Für die sehr Mutigen: Freizeitböllern auf der Landstraße, vorher aber Migrationshintergrund ablegen (gilt nicht für Deutsche).

Trinkt etwas in einem der schönen Parks der Linzer Innenstadt, empfehlenswert sind Schillerpark, Hessenpark oder Volksgarten.

Falls ihr selbst Tipps habt, wie sich der Sommer in Linz nett gestalten lässt, schreibt mir gerne unter: diereferentin@servus.at

Schönen Sommer und viel Spaß!

Karla Kolumna
pensionierte Elefantenpolodressurreiterin (Staatsmeisterin 2009), würde gerne noch einmal bei der Brieflosshow teilnehmen, bis dahin versucht sie den Stadtverschönerungsverein ihrer Wahlheimat in eine kriminelle Vereinigung zu verwandeln. Sie ist außerdem Mitglied der Metalband Neustadt.
Archivierte Ausgabe
September/Oktober/November 2023
Die nächste Ausgabe erscheint am 6. Juni 2025
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