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Karla Kolumna: Eine Antwort auf das Antwortschreiben von Hubert Humorlos

By   /  1. März 2024  /  No Comments

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Mein lieber Schwan! Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Hubert oder Herbert her. Ich dachte ja nicht, dass es so etwas Fetzendeppertes gibt, aber naja, mein lieber Hubert Humorlos, in voller Pracht und Blüte beweist du mir das Gegenteil. Die Kosten des Westrings in Leberkässemmeln umrechnen … pfoah, starke Leistung. Ich sehe schon avantgardistisch-kecke Buchtitel vor meinem geistigen Auge: „Die Fettringe des Hubert Humorlos. Wie ich ein ganzes Universum frittierte“, oder auch eine kleine Fernsehreihe „Mit Franz Hiesl und Hubert Humorlos auf den Spuren der Radwege am Westring“. Wenn du willst, berate ich dich gerne, ich Karla Kolumna, die ich dich mit meiner Kolumne anscheinend derartig herausgefordert habe, dass du auch schon in Qualitätsmedien KI-Zeilenschinderei vermutest. Mein Honorar liegt irgendwo zwischen einem Spritzer und dem, was Alfred Gusenbauer nimmt, inklusive Spesen. Apropos, dein Name scheint bei dir Programm zu sein. Weshalb ich auch bezweifle, dass du viele Haberer gehabt hast, die dir bei der Fälschung von Umfragen zu Innenstadt- und Verkehrsgestaltung zur Hilfe geeilt sind, aber ich nehme an, das erledigt sich ohnehin alles von selbst.

Jetzt, wo wir schon so ein bissl mit den sprachlich frei flottierenden Gummiwürsten aufeinanderzutänzeln – kann es sein, dass du gleichzeitig im Sold von Fleischkasmafia, Automobilindustrie und diversen regionalen Krawallblattln und Propagandablogs stehst? Denn so wie du schreibst, drängt sich mir dieser Verdacht auf, wie das unweigerliche Wimmerl nach dem Genuss von Leberkäskrapfen.

Zu deinen Rechenkünsten beim Thema Westring (die Kosten von 1,18 Milliarden Euro entsprechen laut Hubert Humorlos 60 Käsleberkässemmeln für alle in Österreich lebenden Menschen, Anm. der Red.) bleibt mir anzumerken, dass du dich da ordentlich verzettelt haben musst, weil bei 262 Millionen Leberkässsemmeln sind’s nicht 60 Stück, von denen allen Österreichis (der­zeit rund 9,15 Millionen, deiner Rechnung nach 4,3 Millionen!) schlecht werden würd, sondern nur 27 Semmeln und ein Flesserl dazu. Dass du dabei auch an Ronald McNehammer denken musstest, den du unglaublicherweise auch in deinem Antwortschreiben auf meine Kolumne herangezogen hast, veranlasst mich zur Frage nach deiner Loyalität? Höre ich hier so etwas wie Kritik?

Was ich positiv an dieser Stelle anmerken muss: Du hast von in Österreich lebenden Personen geschrieben, das bedeutet für mich, dass du verstanden hast, dass nicht alle auch einen österreichischen Pass haben oder sich diesem Land zugehörig fühlen. Nicht so wie ich, die jetzt fälschlicherweise von „Österreichis“ geschrieben hat. Aber ich verzeihe mir.

Und nun zum eigentlichen Thema, dem Westring. Ja, ein Punkt für dich. Ein Steinzeitprojekt, direkt aus der Schublade eines Midcentury-Schreibtisches, der im Brückenkopfgebäude gestanden haben muss. Im Verkehrsplanungsbüro dürften meine Sommertipps aber ohnehin um Jahrzehnte zu spät angekommen sein. Du aber, du könntest über deinen Schatten springen und dich mit der Klimabewegung solidarisieren. Keine Angst, du musst dich nicht gleich auf die Straße picken, ein bissl dagegenreden am Stammtisch, deine einfache Anwesenheit als Unterstützer bei Klimaprotesten oder dein Geld für die Klimabewegung reichen auch. Aber Achtung, nichts über die Raika überweisen, sonst giltst du möglicherweise später als Terrorismusunterstützer und darfst nicht mehr ins Lagerhaus.

Oder du baust mit mir, um meinen genialen Vorschlag aus der letzten Kolumne bezüglich des innerstädtischen Scooter-Desasters hier nochmal aufzugreifen, tatsächlich eine Scooterskulptur. Ob vorm Rathaus oder Landhaus ist mir dann auch schon Jacke wie Hose. Ich bräuchte eh einen starken Träger und ein großes Auto, um die ganzen Roller einzusammeln. Was sagst du?

Jetzt frage ich mich, wie das weitergeht mit uns? Treffen wir uns bald zum Fechten im Donaupark? Stehen wir uns demnächst bei der Demo zu einer Drag-Lesung gegenüber? Feiern wir auf dem nächsten Wilderergschnas unfreiwillig gemeinsam zur Spotify-Playlist von DJ Big B? Wird das eine Brieffreundschaft? Ein neuer Glattauer-Roman? Die Vernon-Subutex-Triologie auf Oberösterreichisch? Fragen über Fragen mein lieber Hubert, ich hoffe deine Antworten erreichen mich in Bälde.

Mit einem Hauch senfig, scharfem Mitleid, einem Schuss marmeladiger Belustigung und einem virtuellem Zwickerbussi grüßt, deine ganz und gar echte Karla Kolumna.

 

Hubert Humorlos ist ein high potential des Leserbriefschreibens und sich nicht zu schade, auch entgeltlos, fundierte Beiträge zu tagesaktuellen Themen zu schreiben, wie seine lange Publikationsliste in regionalen Medien beweist. Auch wer anderes vermutet, am liebsten isst er Bauernkrapfen. Zurzeit arbeitet er an einer Edition über die Essgewohnheiten Franz Stelzhammers.

 

Den Beef nachlesen:
Erste Kolumne von Karla Kolumna, Referentin 33:

diereferentin.servus.at/linzer-leichtigkeiten-erste-ausgabe
Antwort Hubert Humorlos, Referentin 34:
diereferentin.servus.at/replik-auf-kolumne-linzer-leichtigkeiten-von-karla-kolumna-in-referentin-33-vom-september-2023

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  • Published: 2 Monaten ago on 1. März 2024
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  • Last Modified: März 3, 2024 @ 5:49 pm
  • Filed Under: Kolumnen

About the author

pensionierte Elefantenpolodressurreiterin (Staatsmeisterin 2009), würde gerne noch einmal bei der Brieflosshow teilnehmen, bis dahin versucht sie den Stadtverschönerungsverein ihrer Wahlheimat in eine kriminelle Vereinigung zu verwandeln. Sie ist außerdem Mitglied der Metalband Neustadt.

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