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SLWDD/BRKFST@SKGT24

By   /  7. Juni 2024  /  No Comments

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Der Dude wagt wieder mal eine Landpartie. Ja, gerade jetzt. Quasi eine kulinarische Handreichung zur Versöhnung, ja sogar ein Aufruf zum Dialog von Stadt und Land. Nur gemeinsam können wir es schaffen. Und zwar trägt es den Dude diesmal ins schöne Salzkammergut, das 2024 ja mit der Auszeichnung Kulturhauptstadt („Stadt“?!) bedacht wurde – oder sich selbst damit bedacht hat. Ein Versuch einer ganzen Region, sich kulturell, künstlerisch und kulturpolitisch zu positionieren. Um das Experiment durchführen zu können, muss Land sich als Stadt tarnen bzw. umdeuten. Diese Crux mit der Ambiguität! Der Dude ist da nicht vollends verständig. Aber sei’s drum. Weil so eine Landpartie auch für den frühlingsenergetisierten Dude ein kräfteraubendes Unterfangen ist, fokussieren wir an dieser Stelle die wichtigste Mahlzeit des Tages: das Frühstück.

Gmunden als Montreux von OÖ als Startpunkt lockt gleich mit der lustigen Café-Konditorei Grellinger. Ein entzückendes Café im alten Stil an der Esplanade. Hier ist man naturgemäß eher auf der süßen Seite zu Hause und hier sei besonders der „Schloss Orth Stollen“ erwähnt. Mit Stollen hat man es scheinbar in der Gegend – egal ob kulinarisch oder geologisch. Das Café hat äußerst aufmerksames und nettes Personal, eine fantastische Auswahl aus Torten, Schnitten und anderen Verlockungen und offeriert wunderbaren Kaffee.

Weiter geht’s ins etwas bodenständigere Ebensee – zur B-Side vom Traunsee. Wie aber bei den B-Seiten des raren Vinyl: oft eine späte Entdeckung und durchaus eine Exploration wert. Der Dude steuert da das Backhaus Hinterwirth, Filiale Ebensee an. Das Interieur mutet etwas nach Autobahnraststätte an, aber die Auswahl ist gut, das Service schnell und nett. Kein Ort zum Verweilen, aber ein guter Ausgangspunkt für den Proviant für SKGT24-Unternehmungen.

Jetzt zum naheliegenden Höhepunkt der Reise: Der Zauner in Ischl. Wenn der Familienname zum monolithischen Begriff wird und jeder Mann und jede Frau nur vom „Zauner“ spricht, hat man es geschafft – findet der Dude. Garniert mit unzähligen K&K-Geschichten wartet das Traditionshaus am Traunufer auf seine Klientel. Und das ist das Problem. Das Haus ist für alle da – Einheimische, Tourist:innen, Kurgäste, Schüle­r:innen usw. – und sie kommen alle und das gleichzeitig. Das Angebot ist breit und ganz gut. Kaffee, Kuchen, Stollen und Pikantes. Alles professionell abgewickelt – im Gästeschichtbetrieb. Für den Dude ein Kann, aber kein Muss.

Weiter geht es zu „Kurtis Café & Bäckerei im Baumhaus“ – ein etwas sperriger Titel, aber ein absoluter Geheimtipp, einfach erreichbar mit Bahn, Auto, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, da ideal zwischen Ischl und Goisern gelegen. Hervorragende Qualität und gutes Preis-Leistungsverhältnis sind ein wahrer Stimmungsbooster für professionelle Frühstücker:innen. Das Angebot umfasst Mehlspeisen, Brot und Jause. Eigentlich ein Bäckereiangebot wie früher – und das macht glücklich. Ein Ort zum Frühstücken, Jausnen und Proviant holen, der Dude ist verzückt.

Der Dude verlässt das Land von Hünderl und Herrn und wagt sich natürlich auch ins Land des Aars1 und der Gemse: der Steiermark. In Bad Aussee erwartet uns die Kurcafé-Konditorei Lewandofsky-Temmel. Das „Kur“ im Kurcafé sagt alles – ein Gastrobetrieb, der genau die Stimmung und den Vibe seiner Kurgäste wiedergibt: Ein wenig schleppend, gemütlich, plaudernd und etwas nach Anstalt aussehend; und auch aus der Zeit gefallen. Aber nett und zuvorkommend betrieben, bietet es ein übersichtliches, aber gutes Angebot an Süßem und Saurem.

Der Dude befindet nach seiner Reise in die Kulturhauptstadt 2024, dass der kulturelle Ist-Zustand meist mit der gastronomischen Verfasstheit einer Region einhergeht, beinahe deckungsgleich ist. Etwas Overtourism, einige Geheimtipps, einiges an Durchschnitt und das meiste an Avantgarde ist importiert und ephemer.

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  • Published: 1 Woche ago on 7. Juni 2024
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  • Last Modified: Juni 7, 2024 @ 10:47 am
  • Filed Under: Kolumnen

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