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The Metal Underground Resistance

By   /  31. August 2018  /  No Comments

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Bands, Party und der Heavy Metal Spirit: Valerie Straßmayr hat Domenik Riedl und Bastian Moser getroffen. Die beiden veranstalten Metalkonzerte in Linz sowie dieses Jahr zum ersten Mal das Festival „Steel City Sorcery“ von 7.–8. September in der Kapu. Die ungekürzte Version über die Linzer Community, die Festivalorganisation und den Underground ist online zu finden.

1,2,3 ... Ranger. Foto Stell City Sorcery

1,2,3 … Ranger. Foto Stell City Sorcery

Meine erste Frage wäre, wer alles Steel City Sorcery macht? Seid das ihr zwei oder sind noch mehr Leute beteiligt?
D: Da ist auf jeden Fall noch Jannis dabei, der die Artworks und Designs macht und ich zähle auch unseren näheren Freundeskreis ein bisschen dazu.
B: Es ist eine Community, ohne die wir das ganze eigentlich nicht gestartet hätten, weil wir gesagt haben, dass ein Team da sein muss.

Warum habt ihr Steel City Sorcery ins Leben gerufen? Oder es als Veranstaltungsreihe gemacht?
B: Weil wir gesagt haben, mit einem Konzert ist es sicher nicht getan. Wenn man einen Fixpunkt schafft, bekommt man mehr Angebote und kann umso bessere Bands holen. Es ist ziemlich schnell ein Selbstläufer geworden. Damit haben wir gar nicht gerechnet.

Also war es schon ein Ziel von euch, dass ihr bekanntere Bands bekommt, nicht nur Underground?
D: Naja, es ist eh noch hübsch Underground, finde ich.
B: Sagen wir einmal Underground’s Finest, doch international, aber wo man sagt, die Bands haben zu Recht schon einen kleinen Ruf, sind aber noch weit weg vom Mainstream.
D: Ich finde ja das Ganze ist etwas an die Live Evil-Schiene aus London angelehnt. Die waren eigentlich die ersten, die sowas begonnen haben. Demnach sind in anderen Städten auch solche Sachen entstanden. Darum glaub ich, dass wir unbewusst auch so ein Ableger sind.
B: Da kannst du über Branding diskutieren. Wir machen ja auch Death und Blackmetal Bands, aber das muss auch immer diesen schönen Gossencharme vom Heavy Metal haben. Es muss halt zusammenpassen. Das ist die Königsdisziplin.

Wie seid ihr eigentlich zu dem Namen Steel City Sorcery gekommen? Steel City lässt sich ja noch recht leicht herleiten …
B: Weil es zauberhaft ist und supergeil klingt!
D: Ich weiß gar nicht, wie lange wir überlegt haben. Das ging, glaub ich, relativ schnell. Irgendwem ist das einfach so mal rausgerutscht.
B: Steel City Sorcery … Das kannst du betrunken auch sagen.

Die Steel City-Konzerte sind eigentlich immer in der Kapu. Seid ihr von der Kapu? Oder wie kam es dazu?
D: Hauptsächlich sind sie aus dem Grund da, weil ich hier sowieso arbeite. Das gehört zu meinen Booking-Tätigkeiten dazu. Es war irgendwie logisch, dass wir das da machen. Wieso soll ich mir eine andere Location suchen, wenn man das hier einbetten kann? Bis jetzt haben wir einmal ein Konzert in einem Linzer Keller veranstaltet. Ich find es auch okay, mal woanders Sachen zu machen. Die Homebase ist aber hier.

Meine nächste Frage hat sich ja schon zum Teil geklärt, da ihr vor Steel City Sorcery schon Veranstaltungen organisiert habt.
D: Ich mache das jetzt schon seit sieben Jahren.
B: Du hast im MuKuKu angefangen. Das total auf DIY basiert war.
D: Da haben wir in der Gemeinde Kremsmünster, einem wenn überhaupt 5.000-Seelendorf, in einem Haus im ersten Stock, einfach die ärgsten Bands eingeladen. Jahrelang. Das war richtig geil.

Tut sich dort heute noch etwas?
D: Da ist jetzt das Tumult drinnen. Die machen auch noch Konzerte, aber nicht so viele.
B: Damals ist die Dorfcommunity einfach noch größer gewesen. Von denen sind viele weggezogen in Richtung Wien.
D: Du machst ja auch schon seit circa zwei Jahren Konzerte. Die Zeit vergeht schnell.
B: Vorher hab ich Adem von Death Over Eferding beim Booking geholfen. Was auch schon in die Schiene geschlagen ist. Da gibt es eine Tradition in diesem Nest!

Wie unterscheidet sich die Organisation von einem Konzert und einem Festival? Ihr macht ja jetzt zum ersten Mal das Steel City Sorcery Festival.
D: Es ist auf jeden Fall die Größenordnung. Ein Hauptproblem ist, dass ich die ganzen Bands nicht im Haus schlafen lassen kann. Das ist Mal das erste, ich muss Hotels suchen. Es kommen Acts, die man vielleicht einfliegen lässt. Sonst kommen immer tourende Bands mit ihrem Bus.
B: Wir haben immer selbst gekocht. Das geht sich nicht mehr aus. Der Anspruch ist auch ein anderer. Wir überlegen uns natürlich, wie unser Festival wirklich herausstechen kann. Wir wollen auch möglichst faire Preise machen. Es ist einfach cool, keinen abzuzocken, vor allem für etwas, das eine Herzensangelegenheit ist.

Die zwei Tage kosten 40 €. Das ist bei diesem Lineup auf jeden Fall fair.
D: Das Rahmenprogramm ist uns sehr wichtig. Wir wollen draußen etwas Lustiges machen. Schnaps mit Gurkerl etc.
B: Dazu wollen wir aber noch nicht zu viel verraten.
D: Bei einem Fest mit so vielen Bands darf man die Organisation nicht unterschätzen. Der Zeitplan muss viel tighter eingehalten werden. Wenn bei sechs Bands jede eine halbe Stunde Verspätung hat, spielen die letzten um drei in der Früh, und das interessiert auch wirklich keinen mehr. Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass das halbwegs passt. Ich will ja auch genug Zeit für die Afterparty haben!

Wie kam es bei euch dazu, dass ihr überhaupt Metal hört?
D: Da wird es bei mir peinlich. Mit 15/16 Pagan Metal. Das Heidenfest im Posthof war ganz groß. Da warst du doch auch dort!
B: Du hast gar nicht gesagt, dass es für mich auch peinlich wird! Da kannten wir uns aber noch nicht.
D: Das waren so meine Anfänge. Dann ist es recht schnell Black Metal geworden und jetzt immer mehr Heavy Metal.
B: Back to the roots! Bei mir war es auch klassisch. In der Schule nimmt jemand eine Metallica-CD mit. Geil! Dann kommst du drauf, dass der Papa viele Schallplatten hat. Dann ist das aber irgendwie zu fad und man will härter und böser sein … und dann ist man trotzdem irgendwie beim Pagan Metal gelandet.
D: Das ist die eine Abbiegung, die du falsch gegangen bist!

B: Man sieht halt, dass es damals zwei Mal im Jahr im Posthof Konzerte in der Richtung gab. Natürlich geht da jeder hin. Das war uns schon zu wenig, was in Linz passiert ist. Grundsätzlich hat es hier immer Leute gegeben, denen das gefällt. Warum sollte man da Konzerte aussterben lassen, wenn das das Wichtigste ist. Sich treffen, sich unterhalten und den Metal ausleben.

Wie motiviert findet ihr die Linzer Metalszene?
B: Bei den Leuten, die da sind, denk ich mir: Ihr habt euch die Bands angehört, ihr freut euch, dass sie spielen und steht nicht nur im Eck. Das freut mich besonders.

Ihr seid ja auch noch nicht so alt, aber merkt ihr einen Unterschied zur Community von damals und heute. Sind heute noch die gleichen Leute dabei?
D: Ich finde es immer so schön, wenn Leute von „früher“ zu den Shows kommen und es ihnen gefällt.
B: Das ist cool, aber eher die Ausnahmen. Die kommen vermutlich, wenn sie sich denken, jetzt waren wir schon echt lange nicht mehr unterwegs. Ich weiß es aber nicht. Man kennt sie zu wenig.

Habt ihr Wünsche für die Zukunft hier in Linz?
D: Ich würd gerne ein Open-Air-Fest machen.
B: Das wär schon ein kleiner Teenie-Traum.
D: Aber das ist noch weit weg. Nächstes Jahr sicher noch nicht. In zwei Jahren wahrscheinlich auch noch nicht. Aber das wollen wir.
B: Schön wäre es auf jeden Fall, wenn wir jedes Jahr ein Festival in dieser Größenordnung machen können. Da dürfen wir total zufrieden sein.

Die Linzer Punkszene war schon immer größer als die Metalszene. Bei euch spielen ja keine Punkbands. Wollt ihr euch klar vom Punk abgrenzen und eine reine Metalkonzertreihe sein?
D: Eigentlich will ich das gar nicht.
B: Ich auch nicht. Ich bin ein großer Punkfan. Wir fragen auch schon seit Jahren bei Indian Nightmare an, die eine perfekte Mischung zwischen Metal und Punk sind.
D: Bis jetzt hat sich das noch nicht ergeben. Am Festival spielen aber Vole aus Tschechien. Das ist lupenreiner Punk. Spiker sind mit ihrem Straßenrock auch eher punkig.
B: Ja, ziemlich Deutschpunk. Wir wollten das von Anfang an auch mischen.
D: Auf jeden Fall nicht abgrenzen. Das ist das Schlechteste, das man machen kann.

Was war für euch persönlich das beste Konzert, das ihr gemacht habt?
D: Sagen wir es auf drei gleichzeitig? Mich würd es interessieren, ob wir das gleiche sagen. 1 … 2 … 3 …
D, B: Ranger!
B: Für mich war das die offizielle Geburtsstunde. Das war ja ein Experiment. Die haben 500 € gekostet. Es war ein totales Zittern. Und dann war die Hütte voll. Es war die geilste Party!

Hattet ihr schon negative Erfahrungen mit Bands, die hier gespielt haben?
D: Nein, eigentlich gar nicht. Das sind meistens nette Leute.
B: Die sind sehr dankbar.
D: Ja, es hat nie wirklich was gegeben. Wir kümmern uns auch gut um die Leute.

Fragen bei euch Bands aus Eigeninitiative an, oder liegt das mehr an euch?
B: Mittlerweile müssen wir viel mehr ablehnen, als wir wollen, weil das Programm in der Kapu relativ dicht ist oder weil die Anfragen zu knapp sind.

Hat bei euch schon jemand angefragt, den ihr nicht spielen lassen wollt?
B: Ja schon, aber mehr, weil es uns nicht reingepasst hat.

Also habt ihr da schon Kriterien, dass ihr Bands nicht spielen lasst, weil sie zu kontrovers sind oder einfach von der Musik nicht passen.
D: Beides. Bei manchen Bands check ich das schon ab, wenn ich mir denke, die klingen vielleicht ein bisschen edgy. Man muss eine klare Linie ziehen. Das ist ganz wichtig.
B: Auch aus Respekt vor den Werten der Kapu und welche Leute dann kommen würden. In aller Klarheit willst du hier keine Nazis haben und keine Leute, die andere einfach abfucken. Es gibt eben gewisse Bands, die so kontrovers oder auch einfach nur deppert sind.

Welche Bands wollt ihr einmal unbedingt herholen?
B: Aura Noir.
D: Daran arbeiten wir schon seit über einem Jahr. Die Tour wurde immer wieder verschoben. Ich will Aura Noir auf jeden Fall einmal hier haben. Gewaltbereit will ich auch noch machen. Das ist aber noch nicht so weit.
B: Leipziger HC Punk, wie er uns eben richtig gefällt! Old school, ehrlich, Mittelfinger, g’schissen. Geil.
D: Mindestens zwei Mittelfinger!

Gibt es abschließend noch etwas, das ihr sagen wollt? Was vielleicht noch offengeblieben ist?
D: Danke an die Leute, die immer kommen und die das zaht, was wir machen.
B: Das ist das wichtigste. Und auch das Community-Ding, das wir vorher angesprochen haben. Das ist ganz wichtig. Aber auch, dass uns die Leute daran erinnern, wenn etwas deppert laufen sollte. Wir sind auf jeden Fall offen für Feedback.

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About the author

ist Schülerin und war im Sommer Praktikantin in der Stadtwerkstatt. Sie ist Musikenthusiastin, Konzertfotografin und angehende Bassistin.

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