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Kulinarische Scharmützel eines professionellen Dilettanten

By   /  1. September 2015  /  No Comments

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DON’T DISS THE COOK
by The Slow Dude

Zum Einstand: Linz als kulinarische Wüste zu bezeichnen ist etwas übertrieben, aber dennoch nicht ganz von der Hand zu weisen – sinnbildliche Illustration dieser trockenen Geschichte ist die weltberühmte Linzer Torte. Während in vielen vergleichbaren europäischen Städten regional produzierte, intelligente Küche auf dem Vormarsch ist, begnügt sich Linz wie so oft (und nicht nur kulinarisch) mit der Zweitverwertung von pseudo-zeitgeistigen Trends. Donut-Buden dort und da, Pulled-Pork-Trucks vor dem Architekturjuwel Brucknerhaus und Fast-Food-Ketten, die rund ums Schmidttor mit Italo-Kulisse die Massen abspeisen. Und die paar Wirtshäuser, die sich ein Make-over gönnen können, kommen über die kreative Neubenennung oder die Verballhornung des Wortes Wirtshaus oft nicht hinaus. Wia’zHaus. Wo sind die KöchInnen mit weißer Schürze und Kochhaube? Oder gibt es nur noch unterarmtätowierte Gastro-Hipster, die mit schwarzen Latexhandschuhen in Fleischfasern wühlen? So sitzen wir deprimiert im Gastgarten des Fischerhäusls vor einer Schiffsattrappe an der Urfahraner Donaulände und trinken Heineken-Bier. Das ist es. Oder? Nein. Es gibt viele hervorragende GastronomInnen, die mit Einsatz, Wissen und Engagement ihre neuen Stätten betreiben und in den letzten Jahren durchaus das Niveau der Stadt in gastronomischer Sicht deutlich heben konnten; oder deren traditionelles Wirken weiterhin Bestand hat und auch für die Zukunft gesichert werden konnte: So verfügt Linz – auch ohne geifernd eventisierte Streetfood-Inszenierung – über eine stattliche Auswahl an Wüstelständen, Imbissbuden und Essen-für-Unterwegs-Institutionen, die es nirgends anders in dieser Form gibt und die nur in Linz authentisch funktionieren. „Der Leberkäs-Peppi“, der „Warme Hans“, Jindraks belegte Brötchen und Steckerl-Fisch beim Hollaberer sind nur einige Orte der autochtonen Linzer Gastlichkeit. Nicht alles Bio, nicht alles High-End, aber alles „im Original“.

Die kleine Reihe „DON’T DISS THE COOK“ widmet sich in den nächsten Kolumnen speziellen Linzer-Gastronomie-Besonderheiten oder Skandalen und beurteilt diese möglichst subjektiv. Also, der Slow Dude kommt langsam in die Gänge und meint: „Pulled Pork“ für’n Arsch, her mit dem Leberkäs!

Kommentare, Hinweise und Tipps via E-Mail an slowdude@gmx.at.

Euer
Slow Dude

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  • Published: 2 Jahren ago on 1. September 2015
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  • Last Modified: September 4, 2015 @ 11:48 am
  • Filed Under: Kolumnen

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