<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<feed xml:lang="de-at" xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"><title>Die Referentin</title><link href="http://diereferentin.servus.at/" rel="alternate"/><link href="http://diereferentin.servus.at/feed/atom/" rel="self"/><id>http://diereferentin.servus.at/</id><updated>2026-04-20T14:19:54.361418+00:00</updated><subtitle>Kunst und kulturelle Nahversorgung</subtitle><entry><title>Das Professionelle Publikum</title><link href="http://diereferentin.servus.at/das-professionelle-publikum-JIOW/" rel="alternate"/><author><name>red</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/das-professionelle-publikum-JIOW/</id><summary type="html">¡La luz! ¡El sol y el calor! ¡Ya es primavera! Träumt ihr schon von Strand und Meer? Hier die
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;&amp;iexcl;La luz! &amp;iexcl;El sol y el calor! &amp;iexcl;Ya es primavera! Tr&amp;auml;umt ihr schon von Strand und Meer? Hier die Tipps zur warmen Jahreszeit von: Christoph Bisen&amp;shy;berger, Sarah Katharina Eder, Sofia Engler, Julia Grillmayr, Leander Gussmann, Sophia Hochedlinger, Dominika Meindl, Tatiana Panyaeva.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="../../../../media/uploads/uebeersicht43.jpg" alt="&amp;Uuml;bersicht" width="1200" height="447"&gt;&lt;/p&gt;</summary></entry><entry><title>Kommunizieren  mit dem Zeichnen.</title><link href="http://diereferentin.servus.at/kommunizieren-mit-dem-zeichnen/" rel="alternate"/><author><name>Silvana Steinbacher</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/kommunizieren-mit-dem-zeichnen/</id><summary type="html">Die Cartoonisten Peng+HU haben ein neues Buch unter dem Titel Hirameki – Der geniale Zeichenspaß
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Die Cartoonisten Peng+HU haben ein neues Buch unter dem Titel &lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;Hirameki &amp;ndash; Der geniale Zeichenspa&amp;szlig;&lt;/strong&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt; herausgebracht. Silvana Stein&amp;shy;bacher hat einen der beiden vielfach ausgezeichneten Bestsellerautoren, den Ober&amp;ouml;sterreicher G&amp;uuml;nter Mayer alias Peng, getroffen und berichtet &amp;uuml;ber Zeichnungen, die von Klecksen ausgehen.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;&lt;img src="../../../../../media/uploads/img_3775.jpg" alt="Hirameki" width="685" height="655"&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;Aus dem aktuellen Buch: &lt;em&gt;Hirameki &amp;ndash; Der geniale Zeichenspa&amp;szlig;. &lt;/em&gt;Bild &lt;strong&gt;G&amp;uuml;nter Mayer&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zeichnen und Singen: Das waren die zwei F&amp;auml;higkeiten, die ich mir schon als Volksschulkind w&amp;uuml;nschte. Leider konnte ich weder mit dem einen noch mit dem anderen punkten, daf&amp;uuml;r mit ein paar anderen F&amp;auml;higkeiten, was mich damals aber insgesamt ziemlich kalt lie&amp;szlig;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele Jahrzehnte sp&amp;auml;ter sitze ich einem Gro&amp;szlig;meister der Kunst des Zeichnens gegen&amp;uuml;ber, der behauptet: Jede und jeder kann zeichnen. Nat&amp;uuml;rlich ist das auch meine erste Frage, die ich an G&amp;uuml;nter Mayer stelle. Kann auch ich zeichnen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&amp;uuml;rlich, antwortet G&amp;uuml;nter Mayer, die Herangehensweise beginnt aber damit, Zeichnen anders zu definieren: Ich habe einmal einen Workshop gehalten, bei dem die &amp;Auml;lteste 75, die J&amp;uuml;ngste erst 4 Jahre alt war. Alle Teilnehmer:innen haben auf ihre Weise begonnen, eine Katze zu zeichnen. Ich finde, es geht um das Kommunizieren mit dem Zeichnen, und es geht um das Zutrauen zu sich selbst. Ich habe versucht, ihnen den Leistungsdruck zu nehmen. Gegen Ende sind lauter unterschiedliche Katzen entstanden, und es waren alle erstaunt, was sie zustande gebracht haben.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch beim neuen Buch von Peng+HU &lt;em&gt;Hirameki &amp;ndash; Der geniale Zeichenspa&amp;szlig;, &lt;/em&gt;erschienen im Kunstmann Verlag, dreht sich nat&amp;uuml;rlich alles ums Zeichnen. Beide K&amp;uuml;nstler, sowohl Peng als auch HU versuchen ihr Publikum zu animieren, von Klecksen ausgehend, deren eigene bunte Kleckse weiter zu zeichnen, den einen oder anderen dieser Kleckse zu vervollst&amp;auml;ndigen. Vor allem HU, bei dem es sich keineswegs um einen Japaner, sondern um den in Deutschland sehr bekannten bayrischen K&amp;uuml;nstler Rudi Hurzlmeier handelt, propagiert die Methode des &lt;em&gt;Reverse coloring. &lt;/em&gt;Dabei handelt es sich um die Umkehrung eines Ausmalens, sprich: anstatt einer zuerst existierenden Umrisszeichnung, die anschlie&amp;szlig;end koloriert wird, wird bereits vorhandene Farbe mit einem schwarzen Stift zu einem konkreten Bild gestaltet.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;bdquo;Was kann sich nicht alles in Flecken verstecken? Ein Tier, ein Mensch, ein Berg, ein Baum, ein Traum &amp;hellip; Allerlei.&amp;ldquo; Damit beginnt das Buch und dann wird es verbal bescheiden, wie es sich f&amp;uuml;r ein Buch &amp;uuml;bers Zeichnen geh&amp;ouml;rt. Peng+HU regen vielmehr dazu an, den Stift gleichsam als Zauberstab zu verwenden. Und schon braust ein Schuh mit einem Menschen davon, es begegnen uns gr&amp;uuml;ne Striche und B&amp;ouml;gen, unter denen man sich viel vorstellen kann. In den Zwischenr&amp;auml;umen der einzelnen Kleckse f&amp;uuml;gt HU Engel ein. Man kann Kleckse auf einer Seite in ihrer Gesamtheit auch nur betrachten und darin Geschichten sehen. Dieses Buch ist &amp;uuml;brigens alles andere als ausschlie&amp;szlig;lich ein Anregungsbuch f&amp;uuml;r die sehr junge Generation, vielmehr sind Fantasie und der Wunsch zu zeichnen bekanntlich an kein Alter gebunden.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird Zeit, zu erkl&amp;auml;ren, was sich hinter dem Begriff &lt;em&gt;Hirameki &lt;/em&gt;verbirgt, auch wenn es viele Leser:innen mittlerweile schon wissen d&amp;uuml;rften. Schlie&amp;szlig;lich sind vier B&amp;uuml;cher unter diesem Obertitel entstanden und auch das neue z&amp;auml;hlt dazu. Hirameki ist die japanische Bezeichnung f&amp;uuml;r Geistesblitz. Es gibt Hirameki &amp;uuml;ber Hunde, Katzen und Wolken, als Erstling erschien 2015 &lt;em&gt;Hirameki &amp;ndash; Der geniale Klecks- und Kritzelspa&amp;szlig;,&lt;/em&gt; und jetzt &lt;em&gt;Hirameki &amp;ndash; Der geniale Zeichenspa&amp;szlig;.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="../../../../../media/uploads/img_3773.jpg" alt="" width="685" height="536"&gt;&lt;br&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;Aus dem aktuellen Buch: &lt;em&gt;Hirameki &amp;ndash; Der geniale Zeichenspa&amp;szlig;. &lt;/em&gt;Bild &lt;strong&gt;G&amp;uuml;nter Mayer&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peng+HU sind Gro&amp;szlig;meister ihrer Branche und mehrfach preisgekr&amp;ouml;nte Bestsellerautoren. Peng ist 1959 in Wels geboren, heute lebt er in Pennewang bei Wels. Er wird zun&amp;auml;chst Zeichenlehrer, begr&amp;uuml;ndet 1986 die Zeichenhauptschule Steinerkirchen und studiert nebenbei Kunstgeschichte und Publizistik. Schon damals zeichnet sich sein weiterer Weg ab, denn er schreibt seine Dis&amp;shy;sertation &amp;uuml;ber Bildsatire im deutschsprachi&amp;shy;gen Raum. In Wels machte er sich sowohl als Leiter der Galerie der Stadt Wels als auch als Leiter des Medien Kultur Haus Wels einen Namen. Peng+HU sind seit vielen Jahren ein Arbeitsteam, viele B&amp;uuml;cher und auch Ausstellungen sind entstanden, und gemeinsam als auch einzeln leiten sie Workshops. G&amp;uuml;nter Mayer hat unter anderem regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig f&amp;uuml;r den &lt;em&gt;Standard&lt;/em&gt; und die &lt;em&gt;Zeit&lt;/em&gt; gearbeitet. Als Karikaturist begleitete er 2007 die Tour de France f&amp;uuml;r die ARD. F&amp;uuml;r seinen &amp;bdquo;Schwarzenegger&amp;ldquo;-Verriss gewann er den Deutschen Karikaturenpreis. Mayer ist au&amp;szlig;erdem Gr&amp;uuml;ndungsmitglied der Akademie der Komischen Kunst in Kassel, unter anderem hat er an der Kunstuniversit&amp;auml;t Linz unterrichtet. Seine B&amp;uuml;cher sind internationale Bestseller. Sein Pseudonym Peng ist unspektakul&amp;auml;r entstanden, erz&amp;auml;hlt er: Fast spontan habe er unter einen Comic &amp;bdquo;Peng&amp;ldquo; gesetzt, dabei blieb es dann.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er befinde sich derzeit in einem f&amp;uuml;r ihn ungewohnten Zustand, sagt G&amp;uuml;nter Mayer, als ich ihn in Wels treffe. Das Buch sei fertig, und seit langer Zeit habe er keinen Abgabetermin vor sich. Nachdem dies f&amp;uuml;r ihn so au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnlich sei, k&amp;ouml;nne er die Zeit gar nicht wirklich genie&amp;szlig;en, wundert er sich.&amp;nbsp;&lt;br&gt;Exkurs zum Comic als Kunst- und Ausdrucksform: Als vorerst noch wenig ernstzunehmende Unterhaltung kam der Comic in den 1950er-Jahren aus den Vereinigten Staaten nach Europa. Vor allem mit den 1968er-Jahren trat dann eine Wende ein, und der Comic wurde auch zum politischen Kommunikationsmittel. Eigentlich zu jeder Zeit, aber gerade in Zeiten wie diesen, stellt sich die Frage: Was kann ich als Cartoonist thematisieren, wo verl&amp;auml;uft die Grenze? G&amp;uuml;nter Mayer nimmt statt einer Antwort mein am Tisch liegendes Blatt Papier und zeichnet in Sekunden und mit wenigen Strichen eine Gestalt, die sich die H&amp;auml;nde vors Gesicht h&amp;auml;lt. Ihr gegen&amp;uuml;ber steht ein Kind, das offenbar seiner Mutter eine Zeichnung zeigt. Darunter der Text: &amp;bdquo;Um Gottes Willen, ich hoffe es ist nicht Mohammed von oben.&amp;ldquo;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beantworten kann er die Frage aus seiner Erfahrung nicht, sagt er, denn als politischer Cartoonist wollte er nie regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig arbeiten. Bei seinen Kolleg:innen hat er bemerkt, wie sehr sie sich in der Schusslinie und unter Zeitdruck befinden. Um sp&amp;auml;testens 15 Uhr 30 musste t&amp;auml;glich geliefert wer&amp;shy;den. Diese Arbeitsweise entsprach ihm nicht, auch konnte er sie nicht mit seinen anderen Projekten vereinbaren. Gesellschaftskritik liegt G&amp;uuml;nter Mayer wesentlich mehr, auch Sportkarikatur. Seit 1998 sind seine Karikaturen regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig im Magazin &lt;em&gt;Leben &amp;agrave; la carte&lt;/em&gt; zu sehen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Laufe der Jahre hat G&amp;uuml;nter Mayer auch Erfahrungen mit dem Buchmarkt gemacht, gute und weniger gute. Erstaunt hat er unter anderem festgestellt, dass bei den gro&amp;szlig;en deutschen Verlagen nicht mehr oder nicht nur die Qualit&amp;auml;t eines Buches eine Rolle spielt, sondern vor allem die Anzahl der Follower. Damit will er sich nicht mehr besch&amp;auml;ftigen und muss es zu seinem Gl&amp;uuml;ck auch nicht, denn seine B&amp;uuml;cher sind auch ohne t&amp;auml;gliche Postings begehrt. Er m&amp;ouml;chte, so stellt er noch einmal fest, vor allem die Freude am Zeichnen vermitteln und weitergeben.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf der R&amp;uuml;ckfahrt nach Linz muss ich noch einmal an meine Schulzeit denken. Meine Einsicht, leider nicht zeichnen zu k&amp;ouml;nnen, hat meine Lehrerin mit p&amp;auml;dagogischem Geschick noch untermauert. Du musst dich gar nicht erst bem&amp;uuml;hen, meinte sie manchmal und pr&amp;auml;sentierte meine Zeichnungen mit sp&amp;ouml;t&amp;shy;tischen Kommentaren meinen Mitsch&amp;uuml;&amp;shy;ler:innen. Bis heute ha&amp;shy;be ich nie mehr gezeichnet. Hirameki w&amp;auml;re damals vielleicht genau das Richtige f&amp;uuml;r mich gewesen.&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;1&amp;nbsp; &amp;nbsp;Peng+HU&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;/em&gt;Hirameki &amp;ndash; Der geniale Zeichenspa&amp;szlig;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; Kunstmann Verlag&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; 144 Seiten, 20 Euro&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</summary></entry><entry><title>Amerika ist ein Kontinent</title><link href="http://diereferentin.servus.at/amerika-ist-ein-kontinent/" rel="alternate"/><author><name>Mar Pilz</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/amerika-ist-ein-kontinent/</id><summary type="html">Anfang Februar waren die sozialen Netzwerke voller Kommentare zum Super Bowl. Doch diesmal stand nicht
&lt;p&gt;Anfang Februar waren die sozialen Netzwerke voller Kommentare zum Super Bowl. Doch diesmal stand nicht der Sport im Mittelpunkt, sondern die Halbzeitshow. In einem Kontext, der von Hassreden und st&amp;auml;ndigen Versuchen gepr&amp;auml;gt ist, Identit&amp;auml;t auf das Wei&amp;szlig;e, Reiche und Westliche zu reduzieren, ist es kein unbedeutendes Detail, wenn ein Latino eine der meistgesehenen B&amp;uuml;hnen der Welt einnimmt: Es ist ein Akt der Pr&amp;auml;senz, der Selbstbehauptung und des Stolzes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bin kein Fan von Bad Bunny und h&amp;ouml;re seine Musik normalerweise nicht, aber dieses Mal wollte ich die Show aufmerksam verfolgen. Und was ich fand, war nicht nur Unterhaltung: Es war Identit&amp;auml;t. Es war eine Erinnerung daran, dass wir hier sind, dass wir laut und deutlich sprechen und dass wir nicht um Erlaubnis bitten werden, auf Spanisch zu existieren. Es war unm&amp;ouml;glich f&amp;uuml;r mich, mir nicht das angewiderte Gesicht von Trump vorzustellen, der &amp;ndash; seit er erfahren hatte, dass ein Latino die Show anf&amp;uuml;hren w&amp;uuml;rde &amp;ndash; sagte, er werde sie nicht ansehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&amp;auml;hrend einige versuchen, das klein zu machen, was sie nicht verstehen, feierten Millionen von uns, unsere Symbole, unsere Bez&amp;uuml;ge und unsere Geschichten auf globaler Ebene projiziert zu sehen. In einem Moment, in dem die lateinamerikanische Gemeinschaft mit Stigmatisierung, Angriffen und Ausgrenzung konfrontiert ist, wurde diese B&amp;uuml;hne zu mehr als nur einer Show: Sie war eine Erkl&amp;auml;rung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Latina empfand ich Stolz, so viele kulturelle Anspielungen zu erkennen, die uns &amp;uuml;ber Grenzen hinweg verbinden. Von weltweit anerkannten Pers&amp;ouml;nlichkeiten der lateinamerikanischen Musik bis hin zu Alltagsszenen, die jede und jeder von uns auf einem Familienfest erlebt hat, war die Botschaft klar: Wir teilen Wurzeln, Erinnerung und Freude. Wir sind unterschiedlich, ja &amp;ndash; aber auch zutiefst verbunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Show war eine Feier dessen, was wir sind. Ein lateinamerikanisches Fest, bei dem auch die offensichtlich nicht aus Lateinamerika stammende Lady Gaga willkommen war mitzutanzen. Denn so sind wir: Wir schlie&amp;szlig;en ein, wir teilen, wir &amp;ouml;ffnen den Tisch und servieren unseren G&amp;auml;sten das beste Gericht. Unsere Kultur schlie&amp;szlig;t nicht aus; sie umarmt. Und wer jemals einen Winkel Lateinamerikas betreten hat, wei&amp;szlig; das.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war auch eine Hommage an jene kleinen Dinge, die wir oft erst sch&amp;auml;tzen, wenn wir weit weg sind: die Taquer&amp;iacute;a an der Ecke, die kalten Kokosn&amp;uuml;sse unter der Sonne, die bunten Chicken-Busse, die durch lebendige Stra&amp;szlig;en fahren. Details, die manchmal gew&amp;ouml;hnlich erscheinen, in Wirklichkeit aber die eigentliche Textur unserer Identit&amp;auml;t sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und es gab noch etwas Kraftvolleres: auf Spanisch zu singen &amp;ndash; ohne zu &amp;uuml;bersetzen, ohne abzuschw&amp;auml;chen, ohne sich anzupassen. Benito (Bad Bunny) erinnerte uns daran, dass Amerika ein Kontinent ist, kein Land. Und alle diese L&amp;auml;nder laut auf einer globalen B&amp;uuml;hne zu nennen, bedeutet, eine Geografie zur&amp;uuml;ckzufordern, die viel zu lange vereinfacht wurde. Es hei&amp;szlig;t, einen Namen zu beanspruchen, der uns allen geh&amp;ouml;rt. Jedes Land hat seine eigenen K&amp;auml;mpfe, und nur wir selbst k&amp;ouml;nnen durch unsere Medien verhindern, dass sie vergessen, unsichtbar gemacht oder uns sogar der Name genommen wird &amp;ndash; so wie man es mit dem Golf versucht hat, der f&amp;uuml;r uns alle weiterhin zu Mexiko geh&amp;ouml;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesen turbulenten Zeiten war dieser Moment f&amp;uuml;r unsere Gemeinschaft nicht nur kulturell, sondern politisch im menschlichsten Sinn des Wortes: Er war W&amp;uuml;rde. Er war Sichtbarkeit. Er war Triumph.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn wenn einer von uns diese B&amp;uuml;hne betritt, kommt er nicht allein. Wir kommen alle. Und die Botschaft ist klar: Wir sind noch hier, wir sprechen unsere Sprachen, wir haben Geschichte, wir haben Kultur &amp;ndash; und wir haben Zukunft.&lt;/p&gt;</summary></entry><entry><title>Aktueller denn je: der Bund der Kriegsdienstgegner</title><link href="http://diereferentin.servus.at/aktueller-denn-je-der-bund-der-kriegsdienstgegner/" rel="alternate"/><author><name>Brigitte Rath</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/aktueller-denn-je-der-bund-der-kriegsdienstgegner/</id><summary type="html">Die Referentin bringt seit längerer Zeit eine Reihe über den Anarchismus als erste soziale Bewegung und als Ausdruck
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Referentin&lt;/strong&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt; bringt seit l&amp;auml;ngerer Zeit eine Reihe &amp;uuml;ber den Anarchismus als erste soziale Bewegung und als Ausdruck vergangener wie aktueller k&amp;auml;mpferischer emanzipatorischer Entwicklungen. Dieses Mal schreibt&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Brigitte Rath &amp;uuml;ber die Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin Olga Misař &amp;ndash; und &amp;uuml;ber fr&amp;uuml;he Gel&amp;ouml;bnisse, keinen Waffendienst zu leisten.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;&lt;img src="../../../../media/uploads/olga_misra.jpg" alt="Olga Misar" width="327" height="491"&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;Olga Misař in der Zeitschrift Internationaal, 1917, Nr. 3. Bild&lt;/span&gt;&lt;strong&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt; CC&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die derzeitige Regierung plant eine Volksbefragung &amp;uuml;ber eine Verl&amp;auml;ngerung des Wehr- und Zivildienstes und die Staatsausgaben f&amp;uuml;r die Verteidigung steigen. Politiker_Innen und Medien wiederholen st&amp;auml;ndig die hegemoniale Erz&amp;auml;hlung &amp;uuml;ber die milit&amp;auml;rische Bedrohung, Widerstand dagegen wird zum Schweigen gebracht, erscheint erst gar nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fragen nach totaler Verweigerung des Soldat_Innentums &amp;ndash; gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gigerweise &amp;bdquo;d&amp;uuml;rfen&amp;ldquo; ja auch Frauen ihr Leben f&amp;uuml;r den Staat geben, oder mit anderen Worten &amp;sbquo;Karriere&amp;lsquo; beim Bundesheer machen &amp;ndash; werden nicht gestellt. &amp;Ouml;sterreich hat, das ist aufgrund fehlender historischer Diskursivierung kaum bekannt, eine &amp;uuml;ber 100j&amp;auml;hrige Geschichte der Verweigerung des Wehrdienstes.&lt;br&gt;Als sich die heute noch aktive transnationale Organisation der &amp;bdquo;War Resisters International&amp;ldquo; (WRI) 1921 in Holland konstituierte, nahm auch ein junger &amp;ouml;sterreichischer Anarchist, Alfred Saueracker (1892&amp;ndash;1987) daran teil und gr&amp;uuml;ndete daraufhin den Bund der Kriegsdienstgegner (=BKG) in &amp;Ouml;sterreich. Im Ersten Weltkrieg verweigerten beispielsweise 16.000 englische M&amp;auml;n&amp;shy;ner mit Hilfe von widerst&amp;auml;ndigen Frauen, die sich um die betroffenen Familien k&amp;uuml;mmerten und wichtige Koordinationsaufgaben &amp;uuml;bernahmen, den Wehrdienst. In religi&amp;ouml;sen Kommunit&amp;auml;ten wie den Qu&amp;auml;kern, russischen Duchoborzen oder Nazarenern war und ist Wehrpflichtverweigerung zentral. In der &amp;ouml;sterreichischen Armee gab es im Ersten Weltkrieg nur wenige Kriegsdienstverweigerer, der &amp;ouml;sterreichische gewaltlose Anarchist Pierre Ramus (1882&amp;ndash;1942) war einer von ihnen, wie er in dem autofiktionalen Roman &amp;bdquo;Friedenskrieger des Hinterlandes&amp;ldquo; beschrieb. Im Krieg sind R&amp;auml;u&amp;shy;me geschlechtsspezifisch zugeordnet. W&amp;auml;hrend die Front den k&amp;auml;mpfenden Soldaten vorbehalten ist, agieren die Frauen im sogenannten Hinterland. Somit entsprach Kriegsdienstverweigerung nicht dem damals g&amp;auml;ngigen M&amp;auml;nnerbild.&lt;br&gt;Die 1876 in eine j&amp;uuml;dische Textilh&amp;auml;ndlerfamilie geborene Olga Misař, organisierte ab 1923 bis zu seinem Verbot im Austrofaschismus 1936 den BKG ma&amp;szlig;geblich. Sie hatte sich in der Frauenstimmrechts-, der Mutterschutz- und der Frauenfriedensbewegung sowie im Anarchismus politisiert. Beim dritten internationalen Kongress der &amp;bdquo;Internationalen Frauenliga f&amp;uuml;r Frieden und Freiheit&amp;ldquo; (=IFFF) 1921 forderte sie ein Gel&amp;ouml;bnis, keinen Waffendienst zu leisten, also den Krieg zu bestreiken, oder wie es sp&amp;auml;ter in den 1980er Jahren hie&amp;szlig;: Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin!&lt;br&gt;Der BKG wurde nicht, wie erhofft, zu einer Massenorganisation. Die Mitglieder rekrutierten sich vor allem aus Anh&amp;auml;nger_Innen des Bundes herrschaftlicher Sozialisten, aus Freidenker_Innen, Esperantist_Innen. Dennoch erstaunen heute deren umfangreichen Aktivit&amp;auml;ten. Jeden Juli hielt der BKG gemeinsam mit anderen Friedensorganisationen, &amp;bdquo;Nie wieder Krieg!&amp;ldquo;-Demonstrati&amp;shy;o&amp;shy;nen in Wien und Graz ab, die mitunter von Nationalsozialisten t&amp;auml;tlich angegriffen wurden.&amp;nbsp;&lt;br&gt;Die Aktivist_Innen des BKG wandten eine Vielzahl von unterschiedlichen Agitationsm&amp;ouml;glichkeiten an, um ihre Ideen zu verbreiten und Unterst&amp;uuml;tzer_Innen zu finden. Mit der Gr&amp;uuml;ndung regionaler Gruppen sowie Demonstrationen, Vortr&amp;auml;gen, Theater- und szenischen Auff&amp;uuml;hrungen, Publikationen, Flugbl&amp;auml;ttern, Artikel in Zeitschriften, &amp;Uuml;bersetzungen, der Nutzung neuer Medien wie Filme und Diavortr&amp;auml;ge, wollten sie einen breiten Interessent_Innenkreis ansprechen. Sie wollten den Diskurs ver&amp;auml;ndern und zu einer Massenbewegung werden.&lt;br&gt;So gelang es 1924, den deutschen BKG-Ak&amp;shy;tivisten und Schriftsteller Armin T. Wegner (1886&amp;ndash;1978) zu einem Diavortrag einzuladen. Wegner hatte als Sanit&amp;auml;ter in der T&amp;uuml;rkei die Vertreibung und den Genozid der Armenier mitangesehen und fotografisch dokumentiert. Die Unmenschlichkeit des Krieges wurde bei einem gemeinsamen Besuch der 84. Ausstellung der Vereinigung bildender K&amp;uuml;nstler in der Sezession thematisiert. Dort zeigte der israelische K&amp;uuml;nstler Abel Pann (1883&amp;ndash;1963) von August bis September 1925 die Pogrom- und Kriegsbilder. &amp;bdquo;Neue Wege der Friedenspolitik&amp;ldquo; besprach der tschechische Kriegsdienstgegner Přemysl Pitter in der &lt;em&gt;Bereitschaft.&lt;/em&gt;&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt; Der neuseel&amp;auml;ndische Aktivist des BKG Alfred Page&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt; besuchte anl&amp;auml;sslich einer Europareise auch Wien und Graz und erz&amp;auml;hlte &amp;bdquo;Nachrichten vom anderen Ende der Welt [&amp;hellip;] jedesmal mit sehr interessanten, k&amp;uuml;nstlerisch sch&amp;ouml;nen Lichtbildern aus seiner Heimat.&amp;ldquo;&lt;sup&gt;3&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;sup&gt;&lt;img src="../../../../media/uploads/volkskundgebung_nie_wieder_krieg-gigapixel.jpg" alt="Volkskundgebung" width="327" height="486"&gt;&lt;br&gt;Volkskundgebung &lt;em&gt;Nie wieder Krieg.&lt;/em&gt; Bild &lt;strong&gt;CC&lt;/strong&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Immer wieder stand die Frage der Wehrpflicht zur Debatte und 1925 argumentierte Olga Misař in dem Artikel &amp;bdquo;Braucht Oesterreich eine Armee?&amp;ldquo; die Sicht der Kriegsdienstgegner und deren Kritik gegen&amp;uuml;ber Militarismus. &amp;bdquo;[W]ir [&amp;hellip;] sind Freunde der Republik, sind freiheitlich und revolution&amp;auml;r und wollen doch nicht, da&amp;szlig; Waffengewalt organisiert wird, da&amp;szlig; Fahnen und sonstiger Klimbim verehrt werden, und da&amp;szlig; das Volk durch Uniformen, Orden und Aufz&amp;uuml;ge verbl&amp;ouml;det wird.&amp;ldquo;&lt;sup&gt;4&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Mitglied des International Council der WRI gelang es Olga Misař, im Juli 1928 die dritte Internationale Konferenz am Sonntagberg, ca. 80 km westlich von Wien, zu organisieren. Dort existierte die Heim- und Wirtschaftsgenossenschaft, eine &amp;bdquo;kleine kunsthandwerklich arbeitende Wohngemeinschaft, die auch Gartenbau und Bienenzucht betrieb, Reformkleider trug und abstinent und vegetarisch lebte.&amp;ldquo;&lt;sup&gt;5&lt;/sup&gt; Die Siedlung bestand seit 1922 und wurde von sieben Personen betrieben, die keine Statuten und kein pers&amp;ouml;nliches Eigentum besa&amp;szlig;en.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;Uuml;ber 150 internationale Teilnehmer_Innen nahmen an der Tagung teil und diskutierten Fragen der Kriegsdienst&amp;shy;gegnerschaft, da&amp;shy;runter auch ein Mitarbeiter Gandhis, Rajendra Pra&amp;shy;sad (1884&amp;ndash;1963). Dieser bekam den Rassismus der radikalisierten &amp;Ouml;sterreicher einige Tage sp&amp;auml;ter bei einem Vortrag in Graz am eigenen Leib zu sp&amp;uuml;ren. &amp;bdquo;Der Versammlungssaal war gr&amp;ouml;&amp;szlig;tenteils von Heimatsch&amp;uuml;tzern, wehrhafter Studentenschaft, christlich-deutschen Turnern, v&amp;ouml;lkischen Turnern, Nationalsozialisten und Frontk&amp;auml;mpfern besetzt. (&amp;hellip;) Dr. Rajendra Prasad (&amp;hellip;) wurde von einem ohrenbet&amp;auml;ubenden Pfeifen, Heulen und Pfuirufen empfangen. Der sanftm&amp;uuml;tige Anh&amp;auml;nger der Gewaltlosigkeit hielt den L&amp;auml;rm zun&amp;auml;chst f&amp;uuml;r Beifall und verneigte sich nach indischer Sitte mit gefalteten H&amp;auml;nden. Da st&amp;uuml;rzten drei Bodenst&amp;auml;ndige mit dem Rufe &amp;sbquo;Du Negersau&amp;lsquo; auf ihn zu und schlugen mit zertr&amp;uuml;mmerten St&amp;uuml;hlen und Bilderrahmen auf ihn ein&amp;rdquo;, wie Wolfgang Benndorf (1901&amp;ndash;1959) die Vorf&amp;auml;lle 1952 ausf&amp;uuml;hrlich als &amp;bdquo;kleinen Beitrag zur Sittengeschichte der Ersten Republik&amp;rdquo; beschrieb.&lt;sup&gt;6&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach den gewaltt&amp;auml;tigen Ereignissen im Rahmen des Justizpalastbrandes wurde der Zusammenschluss von Friedensorganisationen dringlicher. Im November 1927 formierte sich in Wien das Komitee f&amp;uuml;r innere Abr&amp;uuml;stung, mit einer Vielzahl von Friedens&amp;shy;vereinen, einer davon der BKG. Ein weiterer Zusammenschluss von einem Dutzend Friedensvereine erfolgte 1927 zur Arbeitsgemeinschaft &amp;ouml;sterreichischer Friedensvereine. Olga Misař beschrieb die Entwicklung dieses Zusammenschlusses. &amp;bdquo;Seine Auf&amp;shy;gabe bestand darin, die Abr&amp;uuml;stung aller bewaffneten Formationen durchzusetzen&amp;ldquo;.&lt;sup&gt;7&lt;/sup&gt;&lt;br&gt;Anl&amp;auml;sslich von Gandhis Aufenthalt in London verfasste Olga Misař am 22. Oktober 1931 im Namen des &amp;ouml;sterreichischen Abr&amp;uuml;stungskomitees&lt;sup&gt;8&lt;/sup&gt; einen Brief, der an Mr. Gandhi, London, adressiert war und diesen nach Wien einlud. &amp;ldquo;I wish therefore to repeat our warmest invitation for your visit to Vienna in the name of the Austrian War Resisters, the Disarmament Committee, deprising 22 peace societies and the Union of Austrian Peace Societies. All of us would be happy and honoured if we could once in our lives see Ghandi, who is for us the personification of non-violence and who has practically realised our ideals.&amp;rdquo;&lt;sup&gt;9&lt;/sup&gt; Gandhi kam nicht nach Wien, ein Antwortschreiben ist nicht erhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Nationalsozialisten verfolgten Anh&amp;auml;nger_Innen des BKG, da Friedens&amp;shy;aktivis&amp;shy;t_In&amp;shy;nen die gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Gegner autorit&amp;auml;rer Systeme sind. Die War Resisters, in Person des Sekret&amp;auml;rs Herbert Runham Brown und des&amp;shy;sen Mitarbeiterin Grace Beaton, die ihren Sitz in Enfield bei London hatten, arbeiteten unerm&amp;uuml;dlich, um gef&amp;auml;hrdeten, besonders j&amp;uuml;dischen Mitgliedern die Flucht zu erm&amp;ouml;glichen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch in den aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen ist Kriegsdienstverweigerung ein Problem. Die Arbeit der WRI, der &amp;bdquo;War Resisters International&amp;ldquo;, ist daher besonders wichtig.&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;1 &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;/em&gt;Arbeiter-Zeitung, &lt;em&gt;10. Dezember 1925, Bereitschaft, P. Pitter aus Prag &amp;uuml;ber Neue Wege der Friedenspolitik, 4. Přemysl Pitter (Prag 1895&amp;ndash; Z&amp;uuml;rich 1976), christlicher Pazifist und Erzieher, leitete die tschechische Kriegsdienstgegnergruppe.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;2 &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;Alfred auch Fred Page (1899&amp;ndash;1930), neuseel&amp;auml;ndischer Pazifist.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;3 &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;International Institute of Social History, WRI 165, Mappe Ben Mandel, T&amp;auml;tigkeitsbericht 1929/30.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;4 &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;Olga Misař, &lt;/em&gt;Braucht Oesterreich eine Armee, in: Der Kriegsdienstgegner. Organ des Bundes der Kriegsdienstgegner Oesterreichs,&lt;em&gt; 2/1 (1925), 1&amp;ndash;2.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;5 &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;Gerfried Brandstetter, &lt;/em&gt;Anarchismus als Alternativbewegung,&lt;em&gt; in: Norbert Leser, &lt;/em&gt;Das geistige Leben Wiens in der Zwischenkriegszeit, &lt;em&gt;Wien 1981, 34&amp;ndash;45, hier 41.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;6 &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;Wolfgang Benndorf (1901&amp;ndash;1959), ders., &lt;/em&gt;Skeptische Reflexionen, &lt;em&gt;in: &lt;/em&gt;Gloria Dei. Zeitschrift f&amp;uuml;r Theologie und Geistesleben, &lt;em&gt;7/3 (1952), 156&amp;ndash; 164, hier 159f.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;7 &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;/em&gt;Zur Frage der inneren Abr&amp;uuml;stung in &amp;Ouml;sterreich,&lt;em&gt; in: &lt;/em&gt;Die Frau im Staat, &lt;em&gt;9/XII (1927), 3&amp;ndash;5.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;8 &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;Diesem waren 22 Vereine angeschlossen.&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;9 &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;Brief aus dem Archiv des Sabarmati-Aschram.&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die Anarchismus-Textreihe in der &lt;/em&gt;Referentin&lt;em&gt; widmet sich dem Anarchismus als eine der ersten sozialen Bewegungen &amp;uuml;berhaupt, zeichnet Portr&amp;auml;ts &amp;uuml;ber fr&amp;uuml;he Anarchist:innen, skizziert gesellschaftliche Utopien oder benennt aktuelle Tendenzen im anarchistischen Denken und seiner Praxis. Die&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;Serie ist auf Anregung von Andreas Gautsch, bzw. der Gruppe Anarchismusforschung entstanden, die ebenso Themen und Autor:innen der Reihe betreut. Siehe auch: &lt;a href="https://anarchismusforschung.org" target="_blank" rel="noopener"&gt;anarchismusforschung.org&lt;/a&gt;. Alle Texte der Serie auch &amp;uuml;ber die Webseite der &lt;/em&gt;Referentin&lt;em&gt; abrufbar.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</summary></entry><entry><title>Schuss, Peng:  Ein Gewehr ist ein Werkzeug</title><link href="http://diereferentin.servus.at/schuss-peng-ein-gewehr-ist-ein-werkzeug/" rel="alternate"/><author><name>Ralf Petersen</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/schuss-peng-ein-gewehr-ist-ein-werkzeug/</id><summary type="html">Aufrüstung, Krieg, Gewalt: Die Akzeptanz von Waffen nimmt wieder zu. Und wie sieht es mit Präsenz und Thematisierung
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Aufr&amp;uuml;stung, Krieg, Gewalt: Die Akzeptanz von Waffen nimmt wieder zu. Und wie sieht es mit Pr&amp;auml;senz und Thematisierung von Waffen in den eigenen kulturellen Sph&amp;auml;ren aus? Im Rahmen der Textreihe SCHUSS, PENG besch&amp;auml;ftigt sich Ralf Petersen mit dem Gebrauch von Schusswaffen. Hier: Das Schlachten in der extensiven Viehzucht.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;&lt;img src="../../../../../media/_versions/winchester_92_short_rifle_transparent_big.jpg" alt="Winchester" width="1043" height="199"&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;Bild&lt;strong&gt; CC&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;bdquo;Wenn ich den Finger sehe, wie er das Gewehr abdr&amp;uuml;ckt, und nachher sehe, wie die Wunde platzt, dann habe ich Ursprung und Ausgang&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;einer Handlung gesehen, ihre&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;Geburt und ihre Umwandlung.&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;Was dazwischen liegt im Raum,&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;das ist, wie die fliegende Kugel,&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;unsichtbar.&amp;ldquo;&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;Rolf Dieter Brinkmann&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;bdquo;When I held that gun in my hand, I felt a surge of power ... like God must feel when he&amp;rsquo;s holding a gun.&amp;ldquo;&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;Homer Simpson&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Acht Uhr morgens im Linzer Hinterland. Nebel. Treff ich einen Jungbauern. Mit einem Kompagnon hat er bereits Elemente eines Geheges aufs Dach seines Autos gehievt. Zu dritt fahren wir zu den Tieren. Auf einem nahen Hang k&amp;ouml;nnen die Schafe sicher weiden. Ich helfe, die Gitter &amp;uuml;ber den die Wiese umrandenden Zaun zu heben. Auf der Weide werden sie dann zum Gehege zusammengesteckt, in welches die Schafe gelockt werden sollen. Ob die Tiere weit weg seien? &amp;bdquo;Da vorne stehen sie&amp;ldquo;, sagt der Bauer und zeigt in Richtung eines Baumes, neben welchem jetzt die wei&amp;szlig;en Wollkn&amp;auml;uel eins nach dem anderen auftauchen, sich aus der allumgarnenden Nebelsuppe herauskristallisieren. Nun ists die Aufgabe, zwei der Viecher einzufangen. Einen der B&amp;ouml;cke mit dem schwarz&amp;shy;gefleckten Fell zu bekommen, w&amp;auml;re besonders super. Der Bauer reicht mir eine verschossene Platzpatrone, &amp;bdquo;da sind wir schon ganz nah bei deinem Thema&amp;ldquo;, sagt er. So eine Patrone, erkl&amp;auml;rt er mir, diene als Munition f&amp;uuml;r sein Bolzenschussger&amp;auml;t. Nach der Z&amp;uuml;ndung brenne die Treibladung ab, erzeuge so, durch die entstehenden Verbrennungsgase, den erforderlich ho&amp;shy;hen Druck, mit dem der Bolzen aus dem Schlachtschussapparat hervorgesto&amp;szlig;en wird.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit Futter und Zurufen werden die Schafe ins Gehege gelockt. Einige wenige riechen Lunte, vermuten die Falle. Unter ihnen die beiden mit dem h&amp;uuml;bsch gefleckten Fell. So ist zun&amp;auml;chst ein schneewei&amp;szlig;er Artgenosse an der Reihe, wird &amp;uuml;ber den Zaun und ins Fahrzeug getragen. Seelenruhig liegt er auf der Ladefl&amp;auml;che, den Kopf auf dem Schoss des Hirten. Idealsituation. Da geschiehts: Bet&amp;auml;ubung des Tiers durch einen gezielten Schuss ins Gehirn. W&amp;auml;hrend der Bauer die Hauptschlagader des Wiederk&amp;auml;uers am Hals durchtrennt, erkl&amp;auml;rt er mir, er kontrolliere per &amp;bdquo;Augentest&amp;ldquo; die ausbleibende Reaktion der Pupillen. So lie&amp;szlig;e sich sicher sagen, dass das entblutende Schaf tot sei und nicht unn&amp;ouml;tig leide. Das geht sehr schnell. Die Glieder allerdings, die Beine, der ganze K&amp;ouml;rper eigentlich, zappeln stark und f&amp;uuml;r eine Weile. Dann gelingt es auch noch, den gefleckten Bock, der sich nicht hatte in die Falle locken lassen, zu fangen. Als auch er geschossen ist, sein K&amp;ouml;rper entblutet, m&amp;ouml;chte ich vom Bauern wissen, ob der Rest der Herde wohl wisse, was gerade geschehen ist. &amp;bdquo;Ich denke nicht&amp;ldquo;, meint er, &amp;bdquo;sonst w&amp;uuml;rden sie nicht so da stehen&amp;ldquo;: Ganz ruhig glotzen die restlichen Tiere in die Ferne, latschen bald zu einem Baum. Ja, denk ich, h&amp;auml;tten sie gerafft, was passiert ist &amp;ndash; w&amp;uuml;rden sie dann nicht umherrennen, schreien?&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Normalerweise erledigt der Bauer die Verarbeitung der get&amp;ouml;teten Tiere &amp;ndash; Abziehen des Fells, Herausnahme der Innereien (Organe, Magen, Darm), Abtrennung von Kopf, Klauen &amp;ndash; daheim. &amp;Uuml;brigens schlachtet er aus Eigenbedarf, isst das gesamte Tier: auch Kopf und Hoden landen in Kochtopf und Bratpfanne. Heute gehts ein St&amp;uuml;ckchen weiter, zu einem Bekannten, der auch gewerblich in Viehhaltung und -verarbeitung t&amp;auml;tig ist. Verabredet haben sich die beiden Bauern, um einander ihre verschiedenen Techniken zu zeigen. Bei der Handhabung toter Tiere, darf ich bezeugen, gibt es nuancierte Unterschiede in den Arbeitsschritten. Wann wo welcher Schnitt, und so weiter. Doch genaueres hierzu heben wir uns f&amp;uuml;r einen sp&amp;auml;teren Text zum &amp;ndash; wie es in der Jagdsprache hei&amp;szlig;t &amp;ndash; Aufbruch auf. Nur so viel: Einem der toten B&amp;ouml;cke h&amp;auml;ngt die Zunge raus wie im Cartoon.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Anschluss, als wir beim Kaffee sitzen, unterhalte ich mich mit dem Gastgeber &amp;uuml;ber die Themen, die ich recherchiere: &amp;uuml;ber Jagd und Gewehre: &amp;uuml;ber eine Welt, von der ich so wenig wei&amp;szlig;. Aber, erz&amp;auml;hl ich ihm, ich erinnere mich gut ans Kriegspielen in Kindheit und Jugend: im Graben versteckt mit dem Luftgewehr auf die Gummistiefel der anderen und so weiter. Er lacht, kennt solche Dummheiten wohl. Ja, meint er, im Menschen stecke wohl der Hang zur Waffe: &amp;bdquo;Der erste Stecken, der ausschaut wie ein Gewehr, wird wie eins gehalten.&amp;ldquo; Auch er und seine Freunde h&amp;auml;tten es &amp;bdquo;mit Soft-Airs auf die Spitze getrieben&amp;ldquo;, das Kriegspielen. Nach der Schule gings f&amp;uuml;r ihn dann zum Bundesheer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Dienst, erz&amp;auml;hlt er, habe er sich einige Zeit ein Gesch&amp;auml;ft daraus gemacht, mit alten Gewehren zu handeln. Habe B&amp;uuml;chsen in Deutschland aufgest&amp;ouml;bert und sie in &amp;Ouml;sterreich gewinnbringend verkauft. Selber interessiere er sich f&amp;uuml;r bestimmte Unterhebelrepetiergewehre, deren Mechanik er sch&amp;auml;tze. &amp;bdquo;Kein Hexenwerk&amp;ldquo;, sagt er, aber &amp;bdquo;die Physik hinter der Kugel&amp;ldquo; w&amp;auml;re eben faszinierend. Diese B&amp;uuml;chsen seien was anderes als die &amp;bdquo;Plastik-Bundesheerwaffen&amp;ldquo;, in deren Umgang er beim Heer geschult worden war. Ob er erkl&amp;auml;ren k&amp;ouml;nne, wie so eine Repetiererb&amp;uuml;chse funktioniere? &amp;bdquo;Ich hab sogar eine da&amp;ldquo;, sagt er, geht sie holen. Das Gewehr liegt gut in der Hand. Erinnert mich an meine Schreibmaschine. Mit der schie&amp;szlig; ich ja auch &amp;ndash; wenns gut l&amp;auml;uft. Wie auch ich an ein Gewehr k&amp;auml;me, will ich wissen. &amp;bdquo;Indem du in ein Waffengesch&amp;auml;ft gehst&amp;ldquo;, kommt die Antwort, &amp;bdquo;und dir eins kaufst.&amp;ldquo;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Irgendwann, berichtet mein Gegen&amp;uuml;ber, sei es ihm aber zu viel geworden, mit den Waffensammlern, von denen viele &amp;bdquo;ziemlich abartig&amp;ldquo; seien. &amp;bdquo;Wenn Waffen Werkzeuge sind&amp;ldquo;, erz&amp;auml;hlt er, &amp;bdquo;haben sie eine Berechtigung. Wenn Waffen Phallusverl&amp;auml;ngerungen sind, wie ich es in der Sammlerszene und bei den Sportsch&amp;uuml;tzen gesehen ha&amp;shy;be, dann ist es problematisch.&amp;ldquo; Die Sportsch&amp;uuml;tzen, das seien &amp;bdquo;lauter Verr&amp;uuml;ckte&amp;ldquo;, unter ihnen f&amp;auml;nden sich viele, die &amp;bdquo;auf irgendwas hinr&amp;uuml;sten&amp;ldquo;: klassische Prepper w&amp;auml;ren sie nicht, sammelten nicht unbedingt Konserven f&amp;uuml;r den Notfall. Stattdessen handele es sich um M&amp;auml;nner, die sich auf den drohenden, vermeintlich n&amp;auml;herr&amp;uuml;ckenden Fremd&amp;shy;angriff vorbereiten. Neben solchen Gestalten w&amp;auml;ren manche Western-Enthusiasten geradezu erbaulich.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heute sei &amp;uuml;brigens wieder Treibjagd. An solchen nehme der Jagdscheinbesitzer jedoch in der Regel nicht teil: &amp;bdquo;zwanzig schlechte Sch&amp;uuml;tzen aufgereiht&amp;ldquo;, Stahlschrot zur Munition: das w&amp;auml;re seine Sache nicht. Au&amp;szlig;erdem nicht gerade ungef&amp;auml;hrlich: &amp;bdquo;Wenn einer einen Fasanen sieht&amp;ldquo;, habe er nur mehr Augen f&amp;uuml;r den. Kein Wunder also, dass immer mal wieder das Ziel verfehlt werde: wie Ende letzten Jahres, als im Hausruckviertel ein J&amp;auml;ger, auf einen vorbeilaufenden Hasen zielend, einen 120 Meter entfernt sitzenden Kollegen traf. Man liest &amp;ndash; im Polizeibericht &amp;ndash;, der Schuss d&amp;uuml;rfte von einem Stein abgef&amp;auml;lscht worden sein. &amp;nbsp;&lt;br&gt;Was den Jagdgesellschaften abginge, sei eine Grundsatzdebatte nach dem Motto: &amp;bdquo;Was ist unsere Aufgabe in unserer Region?&amp;ldquo; Eine Gruppierung, die hier zu intervenieren versuche, seien die sogenannten &amp;Ouml;koj&amp;auml;ger, wie etwa der &amp;Ouml;kologische Jagdverband &amp;Ouml;sterreichs, der &amp;bdquo;neue Wege in der Jagd&amp;ldquo; gehen will. Dessen Ziel sei es, auf der Website zu lesen, &amp;bdquo;die Jagd in das 21. Jahrhundert zu bringen und die Wende der Jagdaus&amp;uuml;bung vom Edelhobby zum &amp;ouml;kologischen Handwerk zu vollziehen.&amp;ldquo; Aber auch die seien leider &amp;bdquo;alle Trotteln&amp;ldquo;. Damit stelle man sich gegen die fortgeschrittene Technologisierung ihrer &amp;bdquo;moder&amp;shy;nen&amp;ldquo; Kollegen, bei denen, so mein Gespr&amp;auml;chspartner, &amp;bdquo;Bequemlichkeit gro&amp;szlig;geschrieben&amp;ldquo; sei: W&amp;auml;rmebildkameras, avantgardistischste Ziel- und Schussger&amp;auml;te. Ich muss an die Simpsonsfolge &amp;bdquo;The Cartridge Family&amp;ldquo; aus dem Jahr 1997 denken: ein Fu&amp;szlig;ballspiel f&amp;uuml;hrt zu Unruhen und Krawall in der Stadt, was wiederum Homer dazu veranlasst, sich eine Pistole zur Besch&amp;uuml;tzung seiner Familie zuzulegen. Um seine Frau Marge von Vernunft und Nutzen des Schusswaffengebrauchs zu &amp;uuml;berzeugen, schleift er sie zum Treffen des &amp;ouml;rtlichen Zweigs der Nationalen Gewehr-Vereinigung (NRA). Dort wedelt gerade ein Redner mit einer halbautomatischen Schuss&amp;shy;waffe (&amp;bdquo;assault weapon&amp;ldquo;) herum. Diese, sagt er, h&amp;auml;tten &amp;bdquo;in letzter Zeit viel schlechte Presse bekommen, aber sie werden aus einem bestimmten Grund hergestellt: um die modernen Supertiere von heute, wie das Flugh&amp;ouml;rnchen und den Zitteraal, zu erlegen.&amp;ldquo;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und wie bringe unser Gastgeber seine Tiere um die Ecke, die meisten von ihnen K&amp;uuml;he? Auf dem &amp;bdquo;offiziellen Weg&amp;ldquo;, sagt er: Fixierung im Gitter und Bet&amp;auml;ubung mittels Bolzenschuss. Lieber w&amp;auml;re ihm &amp;bdquo;gutes T&amp;ouml;ten&amp;ldquo;; Waidschlachtung nach deutschem Vorbild. So k&amp;ouml;nnten die Tiere dem Stress vor der Schlachtung entgehen. &amp;bdquo;Warum Schlachtvieh z&amp;auml;hmen&amp;ldquo;, meint er und f&amp;uuml;hrt aus, die K&amp;uuml;he w&amp;uuml;ssten genau Bescheid, dass es gleich einer von ihnen an die Gurgel gehe: &amp;bdquo;Wer kommt dran?&amp;ldquo;, diese Panik sei sp&amp;uuml;rbar. &amp;bdquo;Mit der Kugel&amp;ldquo; hingegen &amp;bdquo;w&amp;auml;rs schon sehr human &amp;ndash; also tiergerecht.&amp;ldquo;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kaffeetassen leer, geht es nun, das Fahrzeug l&amp;auml;ngst beladen &amp;ndash; die ausgenommenen Tiere, ihre noch dampfenden Felle und die entnommenen Innereien getrennt verkistet &amp;ndash;, zur&amp;uuml;ck zum Ausgangspunkt der Reise. W&amp;auml;hrend die K&amp;ouml;rper nun gehangen werden, dass sie k&amp;uuml;hlen und trocknen k&amp;ouml;nnen, geh&amp;ouml;ren Magen, Darm usw. zur Tierk&amp;ouml;rper-Sammelstelle, wo sie in gek&amp;uuml;hlten Containern entsorgt werden. Die Felle breitet der Hirte im Stall auf Paletten aus, wo sie sorgf&amp;auml;ltig mit Salz bestreut und eingerieben werden. Die leere Platzpatrone in der Hosentasche mach ich mich auf zum Schie&amp;szlig;stand. Doch davon n&amp;auml;chstes Mal.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;</summary></entry><entry><title>Schuss, Peng: Knarren &amp; Kunst</title><link href="http://diereferentin.servus.at/schuss-peng-knarren-kunst/" rel="alternate"/><author><name>Ralf Petersen</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/schuss-peng-knarren-kunst/</id><summary type="html">Aufrüstung, Krieg, Gewalt: Die Akzeptanz von Waffen nimmt wieder zu. Und wie sieht es mit Präsenz und
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Aufr&amp;uuml;stung, Krieg, Gewalt: Die Akzeptanz von Waffen nimmt wieder zu. Und wie sieht es mit Pr&amp;auml;senz und Thematisierung von Waffen in den eigenen kulturellen Sph&amp;auml;ren aus? Im Rahmen der Textreihe SCHUSS, PENG besch&amp;auml;ftigt sich Ralf Petersen mit dem Gebrauch von Schusswaffen. Dieses mal: Knarren und Kunst.&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&lt;img src="../../../../media/_versions/1993_schiessen_lisi_c_leo_schatzl_2_big.jpg" alt="Zielen, Schie&amp;szlig;en mit dem Revolver." width="1284" height="889"&gt;&lt;br&gt;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;Zielen, Schie&amp;szlig;en mit dem Revolver. Foto &lt;strong&gt;Leo Schatzl&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;bdquo;It&amp;rsquo;s hard for me to understand/&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;The fascination of a gun for a man/&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;Still you tell romantic stories about the war/&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;You never explained what it&amp;rsquo;s all for&amp;ldquo;&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;Television Personalities&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zielen, atmen, lockerbleiben, Pr&amp;auml;zision walten lassen, jetzt: schie&amp;szlig;en! Nun, vielleicht sind wir im Krieg &amp;ndash; vielleicht aber auch bei einem Fototermin oder auf einem Filmset. Kunst oder Knarre? Oder beides? Der Gebrauch von Schusswaffen in der Kunst hat schlie&amp;szlig;lich Tradition: Schon Anfang der 60er Jahre schie&amp;szlig;t die franz&amp;ouml;sisch-schweizerische Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle auf ihre Kunstwerke, sogenannte Assemblagen. Saint Phalle &amp;ndash; sie bezeichnet sich damals als Terroristin der Kunst &amp;ndash; schie&amp;szlig;t aufs Patriarchat. Durch ihre Sch&amp;uuml;sse spritzt aus an den Arbeiten angebrachten &lt;em&gt;Farb&lt;/em&gt;beuteln und Spr&amp;uuml;hdosen &lt;em&gt;Farbe&lt;/em&gt; auf die vorher monochromen Wimmelbilder von Soldatenfiguren, Flugzeugen, Rennautos. Zorn entl&amp;auml;dt sich im Knall, Kugeln f&amp;uuml;hren zu Verf&amp;auml;rbungen.&lt;br&gt;Rund 10 Jahre sp&amp;auml;ter, 1971, dreht der US-amerikanische K&amp;uuml;nstler Chris Burden die Schussrichtung um, l&amp;auml;sst sich von einem Freund aus 15 Fu&amp;szlig; Entfernung in den linken Arm schie&amp;szlig;en &amp;ndash; in einer kalifornischen Galerie. Die Performance, &lt;em&gt;Shoot&lt;/em&gt; betitelt, entstammte Burdens Bed&amp;uuml;rfnis, wissen zu wollen, wie es sich anf&amp;uuml;hlt, &amp;bdquo;to get shot in the United States&amp;ldquo;. &amp;bdquo;Es ist nicht die Kugel, die dich umbringt, es ist das Loch&amp;ldquo;, sang die K&amp;uuml;nstlerin Laurie Anderson nach Burdens Performance, subtil darauf hinweisend: das vorgezeigte, physische Eindringen des Fremdk&amp;ouml;rpers &amp;ndash; der Kugel &amp;ndash; sei lediglich der oberfl&amp;auml;chliche Teil dessen, wie es sich anf&amp;uuml;hle, Opfer eines Schusses zu werden: Von der Traumatisierung durch den maschinell unterst&amp;uuml;tzten Gewaltakt eines anderen Menschen erhasche Burden h&amp;ouml;chstens eine Ahnung. Als dann Beat-Poesie-Gro&amp;szlig;vater William Burroughs sich &amp;ndash; wieder 10 Jahre sp&amp;auml;ter &amp;ndash; als Maler neu erfinden will und abstrakte Kompositionen erstellt, indem er mit der Schrotflinte auf vor leeren Leinw&amp;auml;nden platzierte Spr&amp;uuml;hdosen schie&amp;szlig;t, urteilt dessen Kollegin Laurie Anderson trocken, das sei nun nur mehr Machokunst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun, in den 1980ern, ist es, dass in Ober&amp;ouml;sterreich Leo Schatzl sein Studium an der Kunstuniversit&amp;auml;t Linz beginnt und hier neue Perspektiven im Blick auf Medien gewinnt. Die Ausbildung n&amp;auml;hrt eine Neugier, die im &amp;ouml;sterreichischen K&amp;uuml;nstler schon als Jugendlicher lauert. Schatzl, Jahrgang 1958, w&amp;auml;chst auf in einem kulturellen Klima der Ablehnung der vorherigen Generation, der man kollektive Unf&amp;auml;higkeit zum Sprechen attestiert. Wie eine Decke lag das Schweigen &amp;bdquo;&amp;uuml;ber dem ganzen Nazitum&amp;ldquo;, erz&amp;auml;hlt Schatzl. Ob er Kunst als Waffe dagegen sah?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit Optimismus gehen wir in die Zukunft, das sei die Stimmung gewesen: Es h&amp;auml;tte damals eine gute Kulturszene gegeben, Revolte gegen die Vorderen auf der einen Seite, auf der anderen die naive Hoffnung, nun, nach dem zweiten Weltkrieg, g&amp;auml;be es Raum f&amp;uuml;r neue Utopien und Tr&amp;auml;ume einer besseren Zukunft. Schatzl lie&amp;szlig; sich mitrei&amp;szlig;en von der Vision einer &amp;bdquo;solidarischen, sozial ausgewogenen, klassenlosen Gesellschaft &amp;ndash; oh&amp;shy;ne Geld: grundversorgt&amp;ldquo;, die Zahl 2000 habe &amp;bdquo;gro&amp;szlig; am Horizont als Versprechen der guten Zukunft&amp;ldquo; gestanden. Sowohl Atomkraft als auch Industrialisierung waren, so Schatzl, mit dem Versprechen vom Positiven aufgeladen, auch andere gesellschaftliche Fortschritte wie die Revolution Geburtenkontrolle n&amp;auml;hrten die Hoffnung. Glaubte man den Medien, seien bald &amp;bdquo;alle Krankheiten besiegt&amp;ldquo;. &amp;Uuml;berhaupt, Medien, Nachrichten und Technologie: Es wurden irrsinnig viele Signale gesendet. Das war neu, das war aufregend. &amp;bdquo;Signale senden&amp;ldquo;, sagt Schatzl, sei &amp;bdquo;f&amp;uuml;r Jugendliche sehr wichtig.&amp;ldquo; Schatzl war bereits damals &amp;bdquo;extrem interessiert an Informationen&amp;ldquo;, und jetzt, in der sich digitalisierenden Welt, war es m&amp;ouml;glich, &amp;bdquo;auf Schritt und Tritt neue Erfahrungen&amp;ldquo; zu machen und &amp;bdquo;Verbindungen herstellen&amp;ldquo; &amp;ndash; &amp;bdquo;an anderer Welt&amp;ldquo; zu kratzen. Manchmal habe sich das angef&amp;uuml;hlt wie das Ertasten von Tabuzonen, &amp;bdquo;wie in einem unheimlichen Science-Fiction Film&amp;ldquo;. Schatzl, begeistert vom Hin und Her zwischen den pragmatischen Fortschritten der Kommunikationstechnologie und den sich durch dieselben ergebenden, neuen k&amp;uuml;nstlerischen M&amp;ouml;glichkeiten, war dann einer der ersten Studierenden, der sein Kunststudium Visuelle Gestaltung mit einer Videoarbeit abschloss. Nur logisch also, dass er 1993 als Dozent zur&amp;uuml;ck an die Kunsthochschule geholt wurde, damit er dort eine Lehrveranstaltung zum Thema Video gebe.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie diese Lehrveranstaltung aussehen w&amp;uuml;rde, dass war Schatzl weitestgehend selbst &amp;uuml;berlassen. So kam er drauf, die Kamera als Stellvertreter zu sehen, und den Prozess &amp;bdquo;Schie&amp;szlig;en&amp;ldquo; einmal w&amp;ouml;rtlich zu verstehen. Die Kamera als &amp;bdquo;chronografische Flinte&amp;ldquo;: ein Bild schie&amp;szlig;en, sich ein Bild nehmen, wie es im Englischen hei&amp;szlig;t. Schatzl sei aufwachsend noch mit der Haltung konfrontiert gewesen, dass man Menschen nicht fotografiere. Man nehme ihnen, so hie&amp;szlig; es damals, auf diese Weise die Seele weg. &amp;bdquo;Ein Bild einfrieren&amp;ldquo;, sagt Schatzl, &amp;bdquo;hat was mit T&amp;ouml;ten zu tun.&amp;ldquo; Auf der anderen Seite hat es zu dieser Zeit nat&amp;uuml;rlich einen regelrechten Boom gegeben, wie tausend Gebirgs- und Italienfotos belegen &amp;ndash; die Nachkriegsgesellschaft war verr&amp;uuml;ckt nach Bildern der sch&amp;ouml;nen, neuen Konsum- und Urlaubswelt, die Leute entdeckten Fotografie und Super 8.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="../../../../media/uploads/1993_schiessen_lisi_c_leo_schatzl.jpg" alt="Bei der Lehrveranstaltung, 1993 in Steyregg. " width="685" height="721"&gt;&lt;br&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;Die Referentin-Layouterin bei der Lehrveranstaltung, 1993 in Steyregg. Foto&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Leo Schatzl&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Inspiriert bei der Konzeption seiner Lehrinhalte war Schatzl sowohl von den Studien des franz&amp;ouml;sischen Medientheoretikers Paul Virilio, der sich 1986 in seinem Buch &lt;em&gt;Krieg und Kino. Logistik der Wahrnehmung &lt;/em&gt;mit dem Zusammenhang von film- und milit&amp;auml;rtechnischen Entwicklungen besch&amp;auml;ftigte, als auch von russischen Filmemachern, vormaligen Piloten, die an ihren Aufkl&amp;auml;rungsflugzeugen die Maschinengewehre so befestigt und eingestellt hatten, dass die Kugeln genau durch die L&amp;uuml;cken der sich drehenden Propeller schnellten. Der Rotor als Verschluss? Die Blende, erkl&amp;auml;rt mir die Foto- und Videografin Elisabeth Schedlberger, die damals als Studentin an Schatzls Veranstaltung teilgenommen hat, steuert die Lichtmenge, die durch das Objektiv f&amp;auml;llt. Durch ihre Anpassung lasse sich die Sch&amp;auml;rfentiefe regulieren: Bei einer kleinen Blende gebe es gro&amp;szlig;e Sch&amp;auml;rfentiefe und umgekehrt. Die Fo&amp;shy;kussierung und das Ausl&amp;ouml;sen sei der Ausgangspunkt, wenn es hei&amp;szlig;t &amp;bdquo;Ich schie&amp;szlig;e ein Foto.&amp;ldquo; Bei der Lehrveranstaltung damals an der Kunsthochschule, so Schedlberger, ging es ums Zielen und &amp;bdquo;Abdr&amp;uuml;cken/Ausl&amp;ouml;sen&amp;ldquo;. &amp;nbsp;&amp;bdquo;Wir haben am Anfang mit kleinen Waffen geschossen, sp&amp;auml;ter mit gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Kalibern. Bei der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Waffe hatte ich das Gef&amp;uuml;hl, das Ding fliegt mir aus der Hand noch dazu hatte ich auf den Ohrenschutz vergessen&amp;ldquo;, erinnert sie sich. &amp;bdquo;Nachher&amp;ldquo;, sagt sie, &amp;bdquo;woll&amp;shy;te ich nicht mehr schie&amp;szlig;en.&amp;ldquo; Konzentration, &amp;Uuml;berblick haben, vorausschauend denken, Geistesgegenw&amp;auml;rtigkeit und Ruhe sind wich&amp;shy;tige Fertigkeiten beim Fotografieren wie beim Filmen. Hier ist vor allem &amp;bdquo;das ruhige Atmen sehr wichtig&amp;ldquo;, erkl&amp;auml;rt Schedlberger, die Kamera m&amp;uuml;sse stabil gehalten und ohne Zit&amp;shy;tern oder Ruckeln bewegt werden. Die Lehr&amp;shy;veranstaltung war f&amp;uuml;r sie die erste und auch einzige Gelegenheit, eine Waffe in die Hand zu nehmen. Sie sei sehr nerv&amp;ouml;s gewesen, wegen &amp;bdquo;der Angst vor den Schusswaffen&amp;ldquo;. &amp;bdquo;Manchmal denke ich beim Filmen noch ans Schie&amp;szlig;en&amp;ldquo;. Was Videoarbeit vom Schie&amp;szlig;&amp;shy;stand unterscheide, sei, dass es mehr zu tun gebe: Blende und Verschlusszeit einstellen, Audiopegel kontrollieren, Ausschnitt festlegen, fokussieren, das Geschehen vor der Kamera im Blick haben, Streamingmonitor kontrollieren (&amp;bdquo;Bin ich online&amp;ldquo;): &amp;bdquo;Irrsinnig, musst dich die ganze Zeit konzentrieren&amp;ldquo;, erkl&amp;auml;rt sie. Ein Vorteil der Kamera gegen&amp;uuml;ber einer Schusswaffe ist allerdings, dass von ihr kein R&amp;uuml;cksto&amp;szlig; zu erwarten ist. Lieber sei es ihr, Momente einzufangen, anstatt wie etwa ein J&amp;auml;ger, der sich ein Geweih &amp;uuml;ber den Kamin h&amp;auml;ngt, Troph&amp;auml;en zu sammeln.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei den Schie&amp;szlig;standterminen damals, in Linz und Steyregg, sei es, sagt der damalige Dozent Leo Schatzl, darum gegangen, &amp;bdquo;Schie&amp;szlig;en als physische Erfahrung zu vermitteln&amp;ldquo;, und zwar in verschiedenen Ausf&amp;uuml;hrungen. Das Gewehr als Werkzeug, nicht zum T&amp;ouml;ten, sondern um bewusst zu zielen, ruhig und konzentriert zu sein und im richtigen Moment abzudr&amp;uuml;cken/auszul&amp;ouml;sen, wie Elisa&amp;shy;beth Schedlberger meint.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es folgen in der Kunst immer wieder Auseinandersetzungen mit Waffen, etwa auch in der feministischen Kunst: Valie Export oder Marina Abramović machen Schie&amp;szlig;&amp;uuml;bungen und setzen sich mit verschiedenen Themen auseinander, Stephanie Mercedes schmilzt Waffen ein und verwandelt sie zu einer Gun Destruction Opera. Wann schie&amp;szlig;t du?&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Leo Schatzl, &lt;/strong&gt;&amp;ouml;sterreichischer K&amp;uuml;nstler, lebt in Linz und Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Elisabeth Schedlberger,&lt;/strong&gt; Foto- und Videografin, Grafikerin, Webdesignerin, Layouterin der Referentin.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</summary></entry><entry><title>Konsens,  Kommunikation,  Konflikt</title><link href="http://diereferentin.servus.at/konsens-kommunikation-konflikt/" rel="alternate"/><author><name>Nicol Baumgärtl, Gerald Wöss</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/konsens-kommunikation-konflikt/</id><summary type="html">Das Raumschiff veranstaltet im März und April eine Diskursreihe zum Thema Konsens, Kommunikation und Konflikt. Hinter
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Das Raumschiff veranstaltet im M&amp;auml;rz und April eine Diskursreihe zum Thema Konsens, Kommunikation und Konflikt. Hinter der Reihe stehen Kerstin Reyer, Theresa Muhl, Nicol Baumg&amp;auml;rtl und Gerald W&amp;ouml;ss. Letztere beide schreiben dar&amp;uuml;ber, warum sie die Weltlage zum Thema dr&amp;auml;ngt und wie sie die Thematik mit dem Pers&amp;ouml;nlichen verbinden wollen.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="../../../../../media/uploads/neu_consens%2C_comm%2C_conflikt.jpg" alt="Konsens, Kommunikation und Konflikt" width="685" height="856"&gt;&lt;br&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;&lt;strong&gt;&amp;copy; Projektteam CCC&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es steht etwas im Raum. Ersch&amp;ouml;pfung, Resignation, R&amp;uuml;ckzug. Es ist sp&amp;uuml;rbar und doch m&amp;ouml;chten wir es nicht benennen. Macht es uns sprachlos? Oder fehlt uns die Sprache dazu? Erschlagen von der Lage der Welt. Erschlagen von Realit&amp;auml;ten sehen wir uns als politische Menschen &amp;ndash; und erstarren zusehends. Das Wiederaufkommen autorit&amp;auml;rer Tendenzen ist kein kurzes Aufbl&amp;uuml;hen, kein schnelles Strohfeuer. Es zeichnet sich ab, dass faschistische Str&amp;ouml;mungen in dieser Welt am Vormarsch sind und diese Richtung sich verfestigt. Die fortschreitende Polarisierung der Gesellschaft untergr&amp;auml;bt Austausch und Dialog. Kommunikation wird br&amp;uuml;chig, Konflikte k&amp;ouml;nnen nicht produktiv ausgetragen werden und ein gemeinsamer gesellschaftlicher Konsens zerf&amp;auml;llt sichtbar. Wie handeln? Als einzelne Person, als Gesellschaft? Die Scheu vor Konflikten l&amp;auml;hmt uns und f&amp;uuml;hrt dazu, zu sp&amp;auml;t in einen Austausch zu gehen &amp;ndash; oder Auseinandersetzungen ganz zu vermeiden. Oft verschweigen wir, was angesprochen werden m&amp;uuml;sste, bis sich Beziehungen verh&amp;auml;rten und Dynamiken die Kontrolle &amp;uuml;ber unser Handeln &amp;uuml;bernehmen. Routinen, Muster und Schutzmechanismen treten an die Stelle lebendiger Begegnung. Dynamiken ersetzen unser zwischenmenschliches Beisammensein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir wollen mit unserer Veranstaltungsreihe die Handlungsf&amp;auml;higkeit wiedererlangen. Wir sehen es als Chance, Altbekanntes und vermeintlich Sicheres &amp;uuml;ber Bord zu werfen, um wie&amp;shy;der Neues zu lernen. Dazu beleuchten wir die zentralen Begriffe dieser Reihe, wie wir sie als Ausgangspunkte verstehen, und wollen absichtlich Widerspr&amp;uuml;chlichkei&amp;shy;ten zulassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Konsens ist weit mehr als ein Vertrag &amp;ndash; es ist eine Kultur des Miteinanders. Konsens bedeutet ein st&amp;auml;ndiges Ausverhandeln, eine Abkehr von der Vorstellung fixierter Regeln. Was gestern konsensual war, kann sich morgen neu gestalten. Was vor einer Stunde G&amp;uuml;ltigkeit hatte, kann sich im Jetzt anders anf&amp;uuml;hlen. Es ist eine Mischung aus Wahrnehmen der eigenen Position und jener des Gegen&amp;uuml;bers, ein aufeinander Zubewegen. Aufrichtiger Konsens entsteht ohne Druck, ohne physische und psychische Beeinflussung. Es geht um ehrliche Positionen und darum, diese gemeinsam auszuverhandeln. Dadurch, dass Konsens keine unver&amp;auml;nderliche &amp;Uuml;bereinkunft ist und Positionen dynamisch bleiben d&amp;uuml;rfen, muss die eigene Position nicht immer sofort abrufbar sein. Es ist erlaubt zu schwanken, sich auszutesten, sich darin zu ver&amp;auml;ndern und gemeinsam die individuellen Haltungen und Gemeinsamkeiten zu erkunden. Ein qualitatives Miteinander ist somit nur m&amp;ouml;glich, wenn Unsicherheiten zugelassen, ein Raum f&amp;uuml;r Verletzbarkeit entstehen darf und Akzeptanz und Vertrauen aufgebaut werden. Bei Konsens geht es nicht nur um das Ich, sondern um ein Wir. Diese Art des Denkens m&amp;ouml;chten wir uns aktiv wieder aneignen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kommunikation ist keine Technik, die einmal erlernt und dann beherrscht wird. Es ist vielmehr ein Prozess, in dem man immer wieder neu &amp;uuml;bt hinzuh&amp;ouml;ren, sich selbst auszudr&amp;uuml;cken und gemeinsam in eine ehrliche Auseinandersetzung geht. Sprache schafft Realit&amp;auml;t und begrenzt das Vorstellbare. Was sich nicht benennen l&amp;auml;sst, wird schwer begreifbar. Die Worte, die alle benutzen, sind nicht neutral, sondern geformt von Gesellschaft, Politik und Ideologie. Somit kann es kein Zur&amp;uuml;cklehnen geben. Sich ausruhen auf dem Argument, man h&amp;auml;tte es ja so gelernt, ist schlicht eine Ausrede, denn wir alle haben in unserer Sozialisation verletzende, absch&amp;auml;tzige und diskriminierende Worte gelernt. Es ist also eine Entscheidung, die getroffen wird. &amp;bdquo;Sprache schafft Realit&amp;auml;t&amp;ldquo; bedeutet auch, dass sie das Vorstellbare erweitert. Sie ist ein Instrument des eigenen Innenlebens, das dadurch greifbarer wird, und hilft bei der eigenen Reflexion. Kommunikation kann vers&amp;ouml;hnend sein &amp;ndash; mit dem Gegen&amp;uuml;ber, aber auch mit sich selbst &amp;ndash; und offenbart auch eine Welt abseits des Verbalen. Es lohnt sich, eigene Kom&amp;shy;munikationsmuster zu reflektieren und dadurch neue Perspektiven auf Konflikte zu gewinnen, um so einen produktiven und re&amp;shy;spektvollen Umgang miteinander zu kreieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Konflikten liegt ein enormes Potenzial. Sie st&amp;auml;rken Beziehung, schaffen Klarheit und f&amp;ouml;rdern Ver&amp;auml;nderung. Doch daf&amp;uuml;r braucht es die Bereitschaft, Verantwortung f&amp;uuml;r die eigenen Worte und Reaktionen zu &amp;uuml;bernehmen &amp;ndash; und die F&amp;auml;higkeit, auch im Streit in Verbindung zu bleiben. Es f&amp;auml;llt nicht leicht, Kritik als Geschenk anzunehmen, um so die eigene Kritikf&amp;auml;higkeit zu st&amp;auml;rken. Doch wie soll man sonst einem Gegen&amp;uuml;ber zeigen, dass man es sch&amp;auml;tzt, wenn ehrliche Kritik gebracht wird? Es ist die Frage zwischen Ehrlichkeit und Verlogenheit, zwischen Offenheit und hinter dem R&amp;uuml;cken. Die Chance, Konflikte zu nutzen, bedeutet, viel &amp;uuml;ber sich selbst lernen zu k&amp;ouml;n&amp;shy;nen und aus den eigenen Pr&amp;auml;gungen ausbrechen zu k&amp;ouml;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gesellschaft pr&amp;auml;gt. Sie beeinflusst, formt, sozialisiert und manipuliert &amp;ndash; unser Denken, unser F&amp;uuml;hlen, unser Handeln, uns. Gleichzeitig ist sie durch genau unsere Person konstruiert. Wir sind Produkt und Produzent*in zugleich und stecken in diesem Kreislauf von Pr&amp;auml;gung und Konstruktion. Das bedeutet aber auch, dass wir Einfluss darauf nehmen k&amp;ouml;nnen &amp;ndash; und uns selbst als Subjekt bewegen und ver&amp;auml;ndern k&amp;ouml;nnen. Deswegen erkl&amp;auml;rt Sozialisation unsere Handlungen, aber sollte nicht als Ausrede genutzt werden. Der Mensch strebt nach Entwicklung und unsere pers&amp;ouml;nlich-soziale Entwicklung darf dabei nicht au&amp;szlig;er Acht gelassen werden. Und gerade weil wir gepr&amp;auml;gt sind, m&amp;uuml;ssen wir uns fragen, ob wir diese Pr&amp;auml;gung fortschreiben oder sie unterbrechen wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles beginnt im Pers&amp;ouml;nlichen. Von hier aus lassen sich die F&amp;auml;den in alle Richtungen spinnen, ins Umfeld bis hin zur Gesellschaft. Das Private ist politisch und genau deshalb f&amp;uuml;hrt jeder gesellschaftliche Weg durch das eigene Denken, F&amp;uuml;hlen und Handeln. Wenn wir im Nahen uns selbst gestalten, uns selbst &amp;uuml;berlegen, welche Menschen wir sein m&amp;ouml;chten und welche Handlungen wir aus&amp;uuml;ben und leben wollen, dann k&amp;ouml;nnen wir die Kreise weiterziehen und durch ein Vorleben Einfluss auf gesellschaftliche und globale Probleme nehmen. Im Inneren entstehen die Muster, die wir in unsere Umgebung, in gesellschaftliche Strukturen, in politische Vorstellungen, in die Welt tragen. Wenn wir gelernt haben, Konflikte nur als Kampf zu sehen, dann wird diese Logik zum Filter f&amp;uuml;r alles Weitere: zur Idee, dass &amp;bdquo;der St&amp;auml;rkere&amp;ldquo; gewinnt. Durch diese Brillen sehen wir Konflikte zwischen den Menschen und Kriege zwischen L&amp;auml;ndern und es r&amp;uuml;cken Abschreckung, Aufr&amp;uuml;stung und Ver&amp;shy;teidigung in den Mittelpunkt. Andere Formen der Konfliktl&amp;ouml;sung treten in den Hintergrund oder werden gar nicht erkannt. Sich selbst aufzuwecken, Rollenbilder zu be&amp;shy;greifen und sich der eigenen (Macht-)Positionen und Privilegien bewusst zu werden, passiert nie nur f&amp;uuml;r das eigene Innere. Es passiert auch f&amp;uuml;r das Gegen&amp;uuml;ber, f&amp;uuml;r das Miteinander, in Beziehung treten und somit auch f&amp;uuml;r die Gestaltung sozialer R&amp;auml;ume.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit Ver&amp;auml;nderung m&amp;ouml;glich wird, braucht es R&amp;auml;ume, in denen neue Formen des Denkens, Sprechens und Handelns erprobt werden k&amp;ouml;nnen. Aber sie sind keine Watteb&amp;auml;llchen-Orte, keine R&amp;auml;ume der Konfliktvermeidung und keine Schutzr&amp;auml;ume vor Fehlern. Vielmehr f&amp;ouml;rdern sie dieses und sind ein Ort, an dem vieles m&amp;ouml;glich sein darf: Unsicherheit, Unwissen, Irritation, Scheitern. Es sind Orte des Mutes. Mut f&amp;uuml;r Unbequemes. Mut, seine Denkmuster zu hinterfragen, sich selbst zu reflektieren und kritisch zu betrachten. Mut, nicht nur zu denken, sondern seine Gedanken in Handlungen zu &amp;uuml;bersetzen. Mut, sich irritieren zu lassen und sich neu zu formen. Mut, auch Bekanntes abzulegen. Mut bedeutet, nicht im Kreislauf von Pr&amp;auml;gung und gesellschaftlicher Konstruktion stecken zu bleiben, sondern sich selbst aktiv mitzugestalten. Genau diesen Ort versuchen wir im Raumschiff zu schaffen. Unser Projekt Konsens-Kommunikation-Konflikt sehen wir als Basis und Ausgangspunkt, um all diese Themen zu verbinden und weiterzuf&amp;uuml;hren.&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Mehr Informationen zum Projekt:&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;Instagram-Profil: initiative.raumschiff&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;a href="https://www.raum-schiff.at/kalender" target="_blank" rel="noopener"&gt;&lt;em&gt;www.raum-schiff.at/kalender&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</summary></entry><entry><title>Liebe und schilfern</title><link href="http://diereferentin.servus.at/liebe-und-schilfern/" rel="alternate"/><author><name>Stefan Schmitzer</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/liebe-und-schilfern/</id><summary type="html">Sprachkritik, Gewalt, Körperwirklichkeit, auch wenn es sich der Form und Tradition nach immer noch um
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Sprachkritik, Gewalt, K&amp;ouml;rperwirklichkeit, auch wenn es sich der Form und Tradition nach immer noch um Liebesgedichte handelt: Das Programm dieser Lyrik besteht in der Tat im &amp;bdquo;Abschilfern&amp;ldquo; einer Empfindungswelt &amp;ndash; meint Stefan Schmitzer, wenn er &amp;uuml;ber den Gedichtband &amp;bdquo;schilfern&amp;ldquo; von Hannah K. Br&amp;uuml;ndl sinniert.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Gedichtband &amp;bdquo;schilfern&amp;ldquo; von Hannah K. Br&amp;uuml;ndl, Ende 2025 bei Ritter erschienen, beginnt mit einem in Verse gegliederten Statement der autonomen Frauenh&amp;auml;user &amp;Ouml;sterreichs:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;In &amp;Ouml;sterreich ist beinahe jede&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;dritte Frau&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;ab dem Alter von 15 Jahren&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;von k&amp;ouml;rperlicher und/oder&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;sexualisierter Gewalt betroffen,&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;sowohl innerhalb als auch au&amp;szlig;erhalb von intimen Beziehungen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ebenso endet er, nach einundsechzig durchnummerierten Gedichten, mit diesen zwei Zitaten:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Not for all my little words&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; The Magnetic Fields&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;liebesgedichte&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;waren immer schon &amp;bdquo;engagiert&amp;ldquo;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; Erich Fried&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit ist deutlich ein Anspruch markiert und eine Spannung bezeichnet: die poetische Rede von Liebe als von einer Menge an emotionalen, intellektuellen und libidin&amp;ouml;sen Sachverhalten, sie muss sich messen lassen daran, ob sie vermag, nicht zugleich zu schweigen von den m&amp;ouml;rderischen Wirklichkeiten des Patriarchats &amp;ndash; &lt;em&gt;rape culture &lt;/em&gt;als etwas, das in der Sprache selbst sedimentiert ist und Jahrtausende der Misogynie, der Geschlechterapartheit tradiert. Dem entspricht, dass in &amp;bdquo;schilfern&amp;ldquo; die Gegen&amp;uuml;berstellung eines humus- oder erdbodenartigen Mediums von Abbau- bzw. Zer&amp;shy;setzungsprozessen in Differenz zu darin wachsenden K&amp;ouml;rpern mehrmals wiederkehrt; in Varianten, die sich darin unterscheiden, welches Element im Bild metaphorisch f&amp;uuml;r diese doppelgesichte Sprache einsteht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die drei Kapitel, in die &amp;bdquo;schilfern&amp;ldquo; gegliedert ist, hei&amp;szlig;en &amp;bdquo;Sommer&amp;ldquo;, &amp;bdquo;Herbst&amp;ldquo; und &amp;bdquo;Winter&amp;ldquo;. Wir verstehen die Aussparung des Fr&amp;uuml;hlings &amp;ndash; es geht um ein Erkalten, einen R&amp;uuml;ckzug lebendiger Impulse ins Innere und/oder Unterirdische &amp;hellip; Das letzte Gedicht spricht das dann unumwunden aus, und markiert zugleich zumindest die M&amp;ouml;glichkeit einer R&amp;uuml;ckkehr:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;bestehen bleiben in dieser sprache, die &lt;/em&gt;zu grob, zu materiell &lt;em&gt;ist&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;auf dem boden&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;der die leiber versteckt h&amp;auml;lt,&amp;nbsp;&lt;/em&gt;body by body&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;(&amp;hellip;)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;lass, wenn du sprichst, meinen&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;k&amp;ouml;rper aus dem spiel&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;bestehen zu bleiben also&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;sich freizusprechen dabei,&amp;nbsp;&lt;/em&gt;aussto&amp;szlig;haut&lt;br&gt;&lt;em&gt;der n&amp;auml;chste sommer wird kalt&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;werden&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;der sommer&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;der winter&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;der sommer&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;und das recht, dass ich lieben kann, radikal, vollumf&amp;auml;nglich&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;in sicherheit&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;schau, so schau nur&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;etwas sprie&amp;szlig;t&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;bdquo;Wie ein Gehirn in einer Sprache, vielleicht, denkt &amp;hellip;&amp;ldquo; &amp;ndash; dieser m&amp;uuml;ndlichen Formulierung der Autorin w&amp;auml;hrend eines Podiumsgespr&amp;auml;chs entnehmen wir etwas, dass solche F&amp;auml;lle des poetischen Aussprechens des Wortes &lt;em&gt;Sprache&lt;/em&gt; vielleicht dazudenken sollten: Br&amp;uuml;ndl scheint Bewu&amp;szlig;tsein-selbst als etwas substantiell Sprachliches zu verstehen (womit sie sich in bester Gesellschaft &amp;ouml;sterreichischer Sprachkritik befindet). Es geht also ums Ganze, schon bei der Gattungswahl, denn &amp;bdquo;Erz&amp;auml;hlen&amp;ldquo; &amp;ndash; und auch diese &amp;Auml;u&amp;szlig;erung stammt von dem erw&amp;auml;hnten B&amp;uuml;hnengespr&amp;auml;ch &amp;ndash; ist f&amp;uuml;r Br&amp;uuml;ndl &amp;bdquo;eine Form von Gewalt&amp;ldquo;, und Lyrik eine M&amp;ouml;glichkeit &amp;bdquo;die R&amp;auml;nder ins Zentrum zu holen&amp;ldquo;. Der (weibliche) K&amp;ouml;rper erscheint als Gegenstand (als &lt;em&gt;Objekt, &lt;/em&gt;gewaltt&amp;auml;tigerweise) von so verstanden hierarchischer Spra&amp;shy;che, und paradoxerweise zugleich als Fokus eines Bem&amp;uuml;hens um ihre Enthierarchisierung &amp;ndash; also, &lt;em&gt;s. o., &lt;/em&gt;als Gegenstand und Ursache von Lyrik, nicht von Erz&amp;auml;hlung. &amp;bdquo;schilfern&amp;ldquo;, der Band, ist also ein Versuch, &amp;uuml;ber die Liebe in einer Weise zu sprechen, welche die Zumutungen der in Sprache (im Denken-selbst) gespeicherten Gewalt nicht ignoriert. &amp;bdquo;(ab)schilfern&amp;ldquo;, das titelgebende Wort, ist &amp;uuml;brigens kein Neologismus, sondern ist ein veraltetes Wort, welches ungef&amp;auml;hr &amp;bdquo;h&amp;auml;uten&amp;ldquo; bedeutet &amp;ndash; &amp;bdquo;Schalen oder H&amp;auml;ute von einem ca. Ast abziehen&amp;ldquo;. Sprache als Speicher f&amp;uuml;r Verdr&amp;auml;ngtes schon hier. &amp;hellip; Eine Frontlinie verl&amp;auml;uft &lt;em&gt;durch &lt;/em&gt;die K&amp;ouml;rper, &lt;em&gt;durch&lt;/em&gt; die Sprache (Br&amp;uuml;ndls).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei der Lekt&amp;uuml;re ist zun&amp;auml;chst unklar, ob es sich bei den einzelnen Poemen um ungef&amp;auml;hr Katalogeintr&amp;auml;ge handelt &amp;ndash; Eintr&amp;auml;ge in eine Liste von F&amp;auml;llen gewaltf&amp;ouml;rmiger Bezogenheit; oder Eintr&amp;auml;ge in einen Katalog der Anl&amp;auml;ufe des Textsubjekts, zu einer ad&amp;auml;quaten Sprache (einem ad&amp;auml;quaten Denken) von der Liebe zu kommen; jedenfalls um &lt;em&gt;nebeneinander stehende F&amp;auml;lle&lt;/em&gt; &amp;ndash;, oder um das kontranarrative Umkreisen &lt;em&gt;eines &lt;/em&gt;solchen Falls &amp;hellip; Die Oberfl&amp;auml;che von Br&amp;uuml;ndls poetisch-surrealen Sprachbildern erscheint dem ersten Blick nicht durchg&amp;auml;ngig von Gewalt gepr&amp;auml;gt. Zugleich legt uns schon das zitierte Motto am Eingang des Bandes nahe, ausnahmslos jede noch so vorscheinlich harmlose Ellipse und Metapher in &amp;bdquo;schilfern&amp;ldquo; in greifbare K&amp;ouml;rperwirklichkeiten zur&amp;uuml;ckzu&amp;uuml;bersetzen &amp;ndash; und wenn wir die Gedichte mit &lt;em&gt;dieser &lt;/em&gt;Erwartung rezipieren, lauert der gewaltt&amp;auml;tige &amp;Uuml;bergriff pl&amp;ouml;tzlich hinter jeder &lt;em&gt;unschuldigen &lt;/em&gt;Geste. Dass dieser Effekt &amp;ndash; so ein Gef&amp;uuml;hl von unter Vorbehalt gestellter Panik, die als paranoisches Etwas unter der Oberfl&amp;auml;che einer k&amp;uuml;nstlich glatten Wahrnehmungswelt fortwest &amp;ndash; die Lebenswirklichkeit der meisten weiblich gelesenen Menschen ganz gut literarisch abzubilden scheint, ist der Kern der Sache. Das Programm dieser Lyrik besteht in der Tat im &amp;bdquo;Abschilfern&amp;ldquo; (H&amp;auml;ute abziehen und freilegen, was darunter sichtbar wird) einer Empfindungswelt &amp;ndash; auch wenn es sich der Form und Tradition nach immer noch um Liebesgedichte handelt. Ein weiteres Beispiel:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;(&amp;hellip;)&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;es habe wohl inzwischen mit nichts mehr zu tun, aber hier sagte ich, hier sei es, seien kl&amp;uuml;fte&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;keine brocken vom wattmeer, kein mittelwasser, das nie habe ausgehen wollen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;das zur&amp;uuml;ckschneiden ins faltma&amp;szlig;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;meine eigenen finger vom blutleeren fleisch kaum zu unterscheiden, manchmal brauche es eben das&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;messer&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; dass es nicht um dich n&amp;auml;mlich,&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; nicht darum, was leben f&amp;uuml;r dich hie&amp;szlig;e&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; dass es vielmehr einschlag sein k&amp;ouml;nne&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; f&amp;uuml;r jemanden&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; dass man davon aus der bahn&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; gepr&amp;uuml;gelt werde&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; und dass man ein einsehen m&amp;uuml;sse&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; haben&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;kliff; und hohler k&amp;ouml;rper&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;es ist keine schande geliebt zu&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;haben, auch &lt;/em&gt;ein schwein geliebt&amp;nbsp;zu haben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die bezeichenbare Klarheit ihres Anspruchs (des k&amp;uuml;nstlerischen Anspruchs an sich selbst; des ethischen Anspruchs an ihre Kunst) ist wohl ein wichtiger Faktor, um den j&amp;uuml;ngst recht rasanten und vielgestaltigen Erfolg der Autorin &amp;ndash; z. B. Leonce-und-Lena-Preis 2023! Longlist beim Lyrikpreis M&amp;uuml;nchen 2024! seit 2020 jedes Jahr was Neues auf einer Theaterb&amp;uuml;hne! &amp;ndash; zu erkl&amp;auml;ren: die ihr eigene Kombination aus einer g&amp;auml;nzlich transparenten und stringenten Haltung mit einer &amp;auml;sthetischen Substanz der vorgelegten k&amp;uuml;nstlerischen Arbeiten, die von dieser Hal&amp;shy;tung kaum zu abstrahieren ist &amp;ndash; sie zieht.&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Hannah K Br&amp;uuml;ndl: &lt;strong&gt;schilfern. Gedichte.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;Klagenfurt: Ritter 2025. 88 Seiten, brosch., ISBN: 978-3-85415-694-9; &amp;euro; 19,00.&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;Mit Grafiken von Valentin Aigner&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</summary></entry><entry><title>Am Rande der Müh</title><link href="http://diereferentin.servus.at/am-rande-der-muh/" rel="alternate"/><author><name>Ralf Petersen</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/am-rande-der-muh/</id><summary type="html">Im März erscheint im Ottensheimer Verlag Christian Thanhäuser das neue Buch von Franziska Füchsl. Ralf
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Im M&amp;auml;rz erscheint im Ottensheimer Verlag Christian Thanh&amp;auml;user das neue Buch von Franziska F&amp;uuml;chsl. Ralf Petersen traf sowohl die selbstsetzende Autorin als auch den Holzschnitte beisteuernden Verleger zu Ge&amp;shy;spr&amp;auml;chen &amp;uuml;ber Nature, Writing und das gemeinsame Werk &amp;bdquo;Am Rande der M&amp;uuml;h&amp;ldquo;.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="../../../../../media/uploads/fuechsl-01.jpg" alt="Holzschnitte, die sich in &amp;bdquo;Am Rande der M&amp;uuml;h&amp;ldquo; finden. " width="684" height="515"&gt;&lt;br&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;Holzschnitte, die sich in &amp;bdquo;Am Rande der M&amp;uuml;h&amp;ldquo; finden. &lt;strong&gt;&amp;copy; Christian Thanh&amp;auml;user&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die geb&amp;uuml;rtige M&amp;uuml;hlviertlerin Franziska F&amp;uuml;chsl offenbart in ihrem im Fr&amp;uuml;hjahr erscheinenden Buch eine Sammlung von Texten, in denen Vorg&amp;auml;nge in kritischer Beschreibung nachvollzogen werden: Was sind die Konsequenzen der da ablaufenden Prozesse auf die sogenannte Natur selbst?&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;bdquo;Verl&amp;auml;sslich dr&amp;auml;ngen Sonne und Schwerkraft eine aufgew&amp;uuml;hlte Welt zur Ordnung: Nebel kondensiert, Tropfen fallen, Durchsichtigkeit stellt sich ein.&amp;ldquo;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So bildet sich, in &lt;em&gt;Am Rande der M&amp;uuml;h, &lt;/em&gt;ein Gestr&amp;uuml;pp aus Wanderungsbeobachtungen, Landschaftskartenverschriftlichungen und dem unerm&amp;uuml;dlichen Drang, sich &amp;bdquo;Wege im Entstehen&amp;ldquo; vorzustellen. Ort des Geschehens ist eine &amp;bdquo;verwunschene Landschaft&amp;ldquo; &amp;bdquo;ohne festen Boden&amp;ldquo;, in der man allerdings selten auf Abgr&amp;uuml;nde sto&amp;szlig;e: &amp;bdquo;man rutscht nicht einfach ab und schlittert in die Ewigkeit.&amp;ldquo; Stattdessen, spiegeln F&amp;uuml;chsls Texte wider, gehe man ewig, &amp;bdquo;w&amp;auml;hrend die Grenzen vor dir fliehen, in der es viele Wege zum Selben gibt, keine Abk&amp;uuml;rzungen, Schleichwege.&amp;ldquo; Dieser Ort ist mehrere Orte, befindet sich &amp;bdquo;zwischen Donau, Dag&amp;shy;lesbach und kleiner M&amp;uuml;hl&amp;ldquo; oder an der Stelle, die &amp;bdquo;einmal Au genannt wird&amp;ldquo;; er ist die Grenze, ist der Rand, den die Autorin akribisch mit den eigenen Schritten vermessen hat. So fu&amp;szlig;en ihre k&amp;uuml;rzeren und l&amp;auml;ngeren Miniaturen auf Erkundungsaufzeichnungen, festgehalten im Rahmen von Wanderungen, bei welchen die Autorin auch immer wieder begleitet wurde von dem K&amp;uuml;nstler Christian Thanh&amp;auml;user, welcher in und aus Ottensheim heraus den Verlag &amp;bdquo;Edition Thanh&amp;auml;user&amp;ldquo; betreibt und die Mehrzahl der in diesem Verlag erscheinenden B&amp;uuml;cher mit inhaltlichem Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa durch eigene Federzeichnungen und Holzschnitte ausgestaltet.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach einer Reise treibe es Thanh&amp;auml;user &amp;bdquo;zu erst in die Werkstatt&amp;ldquo;, um durch handwerkliches Tun abzurufen, &amp;bdquo;was die Hand sich gemerkt hat&amp;ldquo;, denn ein Bild k&amp;auml;me &amp;bdquo;immer wieder, wenn man es einmal skizziert hat&amp;ldquo;. Motive f&amp;uuml;r die Holzschnitte k&amp;ouml;nnen sein: W&amp;auml;lder, B&amp;auml;ume, Wege, Fluss (-karten), Ruinen. Jeder Schnitt ist eine Auseinandersetzung mit dem Medium: &amp;bdquo;Beim Holz hat man gen&amp;uuml;gend Widerst&amp;auml;nde&amp;ldquo;, denn Holz sei ein St&amp;uuml;ck Natur und &amp;bdquo;jedes St&amp;uuml;ck hat seine eigene Geschichte&amp;ldquo;. Dabei ginge es nicht darum, die &amp;bdquo;Natur&amp;ldquo; in m&amp;ouml;glichst idealtypischer Verfassung darzustellen, stattdessen frage er sich, wie sich etwa eine verwelkende Rose darstellen l&amp;auml;sst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der gemeinsam Prozesse von F&amp;uuml;chsl und Thanh&amp;auml;user, aus Ortsbegehungen k&amp;uuml;nstlerisches Schaffen und Umgang mit der Umwelt herzuleiten, brachte die beiden, die sich bereits seit zehn Jahren kennen, dazu, sich zu verb&amp;uuml;nden, um gemeinsam &amp;bdquo;ein Buch auf die Welt zu bringen&amp;ldquo;, wie Thanh&amp;auml;user das nennt. Seit &amp;uuml;ber f&amp;uuml;nf Jahren arbeiten die beiden im rhizomartigen, parallel stattfindenden und sich erg&amp;auml;nzenden Pro&amp;shy;zess an dem Buch, schicken einander Fortschritte und Zwischenergebnisse. Zu F&amp;uuml;chsls Texten steuert Thanh&amp;auml;user nun 30 Graphiken bei, Holzschnitte, inspiriert von eben denselben Wanderungen und Spazierg&amp;auml;ngen, die die Ausgangslage zum Schreibprozess der Autorin bilden. Einer der begangenen Orte ist die Papierfabrik Oberm&amp;uuml;hl, keine zehn Kilometer von F&amp;uuml;chsls Geburtsort Putzleinsdorf entfernt. Vor &amp;uuml;ber drei&amp;szlig;ig Jahren hat man hier die Papierproduktion einstellen m&amp;uuml;ssen. Die Geb&amp;auml;ude, teilweise bauf&amp;auml;llig: &amp;bdquo;Renaturierung einer Industrieruine?&amp;ldquo;, will ich wissen. &amp;bdquo;Industrie ist schon mal falsch&amp;ldquo;, denn den Schritt in die industrielle Zeit habe die Fabrik ja genau nicht geschafft: &amp;bdquo;Expansion ist ein schwieriges Thema in der Gegend&amp;ldquo;, sagt F&amp;uuml;chsl. Aber die Renaturierung treffe den Orbit ihres Interesses, welches ein arch&amp;auml;ologisches sei: die Rolle der Vegetation zu beobachten, die zum Beispiel darin besteht, massive Dinge abzubauen. Betonkl&amp;ouml;tze, die vor sich hinverfallen: &amp;bdquo;Das holt sich die Natur zur&amp;uuml;ck!&amp;ldquo;, sage auch der Fabrikbesitzer: Natur als Opposition, die nicht zu b&amp;auml;ndigen ist in so einem Tal: &amp;bdquo;Ein t&amp;ouml;dlicher Pragmatismus&amp;ldquo;, findet F&amp;uuml;chsl. &amp;Uuml;berhaupt lie&amp;szlig;e sich &amp;bdquo;eigentlich nirgends Natur&amp;ldquo; finden, bei der Beobachtung derselben handele es sich n&amp;auml;mlich um eine Zeit-, und keine Ortsfrage: Natur als Prozess: wie bei Verwitterung, also langsamem Abbau, der Antwort etwa auf geb&amp;auml;ndigte Orte und domestizierte Kultur sein kann. Gerade so ein Verfall verleihe Gegenden Charakter, findet F&amp;uuml;chsl und nennt als Positivbeispiel englische Pal&amp;auml;ste: &amp;bdquo;Da war der Stein nie von Flechten befreit.&amp;ldquo; Genau solch langsamen Abbau sp&amp;uuml;rt F&amp;uuml;chsls Prosa nach: Texte auf der Suche nach dem nicht Gewarteten. Stattdessen Betonung der Flechten, der verschiedenen Iterationen, Entwicklungszyklen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="../../../../../media/uploads/fuechsl-05.jpg" alt="Holzschnitte, die sich in &amp;bdquo;Am Rande der M&amp;uuml;h&amp;ldquo; finden." width="684" height="492"&gt;&lt;br&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;Holzschnitte, die sich in &amp;bdquo;Am Rande der M&amp;uuml;h&amp;ldquo; finden. &lt;strong&gt;&amp;copy; Christian Thanh&amp;auml;user&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;bdquo;Wo eine optische T&amp;auml;uschung Ber&amp;uuml;hrung nahelegt, klafft eine Schneise: dort liegt mein Wildbett; hier siedle ich, eine sich zierende Bauernorchidee, ein Springkraut, Dorn im Auge.&amp;ldquo;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sowohl F&amp;uuml;chsl als auch Thanh&amp;auml;user hegen reges Interesses am B&amp;ouml;hmerwald. Franziska F&amp;uuml;chsl berichtet &amp;uuml;ber die Besch&amp;auml;ftigung mit Vorzeichnungen im Luftbild, die den geplanten Eisernen Vorhang markieren. Hier, aus der &amp;bdquo;problematischen Vogelperspektive&amp;ldquo;, wurde die Schleifung von s&amp;uuml;db&amp;ouml;hmischen Gegenden konzipiert. Narben in der Landschaft. Vergleicht man diese Bilder mit historischen Landkarten, bemerkt man, wie &amp;bdquo;wenig Wald im B&amp;ouml;hmerwald&amp;ldquo; einst zu finden war, dass er heute &amp;bdquo;ein Wipfelmeer&amp;ldquo; sei, zeige auch hier das Prozessuale: &amp;bdquo;wo ein Haus stand, steht heut ein Laubbaum.&amp;ldquo;&amp;nbsp;&lt;br&gt;Im Prozessblick verbindet sich die Vergangenheit mit der Zukunft, in der der Mensch schon weg ist, aber die Spuren noch da sind. &amp;bdquo;Wenn man ein bisschen gr&amp;auml;bt, findet man vielleicht so etwas wie Fliesen&amp;ldquo;, sagt F&amp;uuml;chsl.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie man bei solch endlosem Materialvorrat zum Abschluss k&amp;auml;me? &amp;bdquo;Christian ist kein Lektor&amp;ldquo;, erkl&amp;auml;rt Franziska, &amp;bdquo;der streicht nichts raus.&amp;ldquo; In puncto Fertigwerden sei es an ihr selbst, eine Abrundung zu finden im Konvolut der eigenen Texte. Es g&amp;auml;be ja immer noch die M&amp;ouml;glichkeit, meint Christian Thanh&amp;auml;user, noch ein zweites Buch zu machen. Wenn dies, in drei oder vier oder mehr Jahren vielleicht, fertig w&amp;auml;re, sei das nun Vorliegende ja wohlm&amp;ouml;glich bereits vergriffen: Zweite Auflagen g&amp;auml;be es in der Edition Thanh&amp;auml;user n&amp;auml;mlich keine: &amp;bdquo;Vergriffen ist vergriffen&amp;ldquo;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gerade sei es Franziska, die &amp;bdquo;sich die Zeichen genauer&amp;ldquo; anschaue, denn &amp;bdquo;Franziska setzt selber&amp;ldquo;, erz&amp;auml;hlt Christian Thanh&amp;auml;user. Sprachspiel, Rhythmik, Schriftrhythmus &amp;ndash; alles finde seine Entsprechung in Schriftbild, Anordnung und Zusammenspiel mit Thanh&amp;auml;users Graphiken. Auf der einen Ebene, erkl&amp;auml;rt F&amp;uuml;chsl, f&amp;uuml;hre der Einbau der Holzschnitte zu mancher &amp;Uuml;berraschung: Als sie einen Text setzte, der seinen Ursprung bei einer gemeinsamen Ortsbegehung mit Thanh&amp;auml;user hatte, und dann dessen entsprechenden Holzschnitt dazugab, bemerkte sie: &amp;bdquo;Ne, das muss ich ja gar nicht so machen&amp;ldquo;, stattdessen k&amp;ouml;nne sie den Holzschnitt ganz woanders hin geben und an dieser Stelle eine ganz andere Graphik verwenden. Auch g&amp;auml;be es beim Setzen &amp;bdquo;pl&amp;ouml;tzlich&amp;ldquo; Schnitte zu Szenerien, die sie gar nicht verschriftlicht habe. Das aus diesen Feststellungen resultierende freie Arbeiten mit dem Material f&amp;uuml;hre dazu, so F&amp;uuml;chsl, dass es keine Gefahr gebe, &amp;bdquo;dass es illustrativ wird&amp;ldquo;. Auf einer weiteren Ebene sto&amp;szlig;e sie beim Textsatz auf manch Herausforderung, vor allem in den Dialekt-Passagen: die verschiedenen O-T&amp;ouml;ne im Dialekt der oberen M&amp;uuml;hlviertler*innen werden &amp;ndash; in der Dialektologie &amp;ndash; mit verschiedenen Akzenten markiert, welche es in der von F&amp;uuml;chsl verwendeten Schriftart nicht g&amp;auml;be, weswegen sie &amp;bdquo;Sprengsel und Spritzerl&amp;ldquo; aus Thanh&amp;auml;users Holzschnitten nutze beim Setzen, um &amp;bdquo;das Dialektkritische penibel einzubringen&amp;ldquo;. Bei dieser akribischen Arbeit helfe die Freiheit, die die Ver&amp;ouml;ffentlichung in und die Zusammenarbeit mit einem kleinen Verlag, dessen Fokus nicht auf m&amp;ouml;glichst hohen Auflagen und Ums&amp;auml;tzen, sondern auf der Produktion sch&amp;ouml;ngefertigter und sch&amp;ouml;ner B&amp;uuml;cher liege, enorm: Dass Verleger Christian Thanh&amp;auml;user zu F&amp;uuml;chsls Vorschl&amp;auml;gen schlicht sage &amp;bdquo;Ja, mach&amp;ldquo;, erm&amp;ouml;gliche, &amp;bdquo;diese manischen Dinge machen zu k&amp;ouml;nnen&amp;ldquo;, die au&amp;szlig;erdem &amp;bdquo;niemand f&amp;uuml;r einen machen w&amp;uuml;rden.&amp;ldquo; Und so spiegelt der Setzprozess den der Materialerhebung, dem &amp;bdquo;Tappen in einem Landstrich&amp;ldquo;, und w&amp;auml;hrend bei letzterem Landkarten und Um&amp;shy;gebungspl&amp;auml;ne konsultiert werden, ist es beim Setzen immer wieder &amp;bdquo;der Versuch, einen Holzschnitt zu lesen&amp;ldquo;, der Orientierung und Verdichtung gleichzeitig spendet. Der Holzschnitt n&amp;auml;mlich, meint Franziska F&amp;uuml;chsl, sei eine &amp;bdquo;Technik, die gleichzeitig offenlegt und versteckt &amp;ndash; und genau das ist das M&amp;uuml;hlviertel.&amp;ldquo;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &amp;bdquo;ausgepr&amp;auml;gte Interesse an den Produktionsbedingungen von Literatur&amp;ldquo;, wie F&amp;uuml;chsl es zusammenfasst (und demonstriert), eint Autorin und Verleger. Etwa das Bed&amp;uuml;rfnis, die Buchbinder*innen pers&amp;ouml;nlich zu kennen, statt ein PDF in die Ferne zu senden, sich eingehend mit Satz und Druck auseinanderzusetzen. So gibt es dann in Thanh&amp;auml;users Werkstatt die M&amp;ouml;glichkeit, nach Gutenberg&amp;rsquo;scher Tradition zu drucken: &amp;bdquo;Wenn der Strom ausf&amp;auml;llt, k&amp;ouml;nnte ich hier Handzettel oder Pamphlete ohne Elektrizit&amp;auml;t machen&amp;ldquo;. Wo sie herk&amp;auml;men, w&amp;uuml;rde aber schnell klar, meint Thanh&amp;auml;user. Den Handsatz habe er bei den Anarchisten in Kreuzberg gelernt. Die B&amp;uuml;cher der Edition Thanh&amp;auml;user werden aber nicht hier in Ottensheim, sondern in Zusammenarbeit mit der Druckerei Pl&amp;ouml;chl in Freistadt hergestellt &amp;ndash; &amp;bdquo;die haben die modernsten Druckmaschinen &amp;ndash; aber die alten auch noch&amp;ldquo;. Gegr&amp;uuml;ndet hat Christian Thanh&amp;auml;user den eigenen Verlag 1989. Schon vorher &amp;ndash; und noch immer &amp;ndash; steuerte er f&amp;uuml;r anderer Verlage B&amp;uuml;cher Holzschnitte und Federzeichnungen bei, so wurden beispielsweise schon mehrere Titel der renommierten Insel-B&amp;uuml;cherei mit Holzschnitten von Thanh&amp;auml;user gestaltet. Zur Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e des eigenen Verlags, in dem bisher bereits mehr als 100 B&amp;uuml;cher erschienen sind, meint der K&amp;uuml;nstler, er h&amp;auml;tte einen gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Verlag machen k&amp;ouml;nnen, aber auf diese Weise w&amp;uuml;rde man zum eigenen Knecht &amp;ndash; und Thanh&amp;auml;user &amp;bdquo;will beweglich bleiben&amp;ldquo;. Statt auf Verlagsf&amp;ouml;rderungen zu hoffen, verkaufe er Holzschnitte und mache andere Auftragsarbeiten &amp;ndash; konnte etwa neulich das neue Caf&amp;eacute; eines Hotels gestalten &amp;ndash;, so k&amp;auml;me Geld rein f&amp;uuml;rs B&amp;uuml;chermachen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Einsatz f&amp;uuml;r die Kunst lohnt sich: F&amp;uuml;r das nun erscheinende Buch erhielt F&amp;uuml;chsl bereits vorab den Deutschen Preis f&amp;uuml;r Nature Writing. F&amp;uuml;chsl, kommentierte die Jury nach einstimmigem Beschluss, schriebe, &amp;bdquo;wie ein Fluss denkt&amp;ldquo;. Das hei&amp;szlig;t, frage ich Franziska: &amp;bdquo;rauschend?&amp;ldquo; Lieber als Rauschen, sagt F&amp;uuml;chsl, sei ihr Glitzern: ohne Glitzern g&amp;auml;be es kein Denken. Jeder Text also das Bem&amp;uuml;hen, eine Explosion zu verschriftlichen. Willk&amp;uuml;r walten tut dabei nie: &amp;bdquo;Ich suche immer nach Melodie&amp;ldquo;, Musik spiele ohnehin eine gro&amp;szlig;e Rolle f&amp;uuml;r ihr Schreiben. Irgendwann wann w&amp;auml;re ihr klargeworden, dass sie &amp;bdquo;f&amp;uuml;rs Lautlesen schreibe&amp;ldquo;, inklusive des Arbeitens gegen die Widerst&amp;auml;nde der vorgegebenen Rhythmen. Bewusste &amp;bdquo;Fehler&amp;ldquo; einzubauen etwa, die die Erwartungen brechen, etwa Verdreher &amp;agrave; la sterbsam statt strebsam. Experimentelle Literatur also? &amp;bdquo;Experimente sind ja wahnsinnig kontrollierte Angelegenheiten&amp;ldquo;, meint Franziska F&amp;uuml;chsl, Autorin auf der Suche nach den Zwischenformen. In Sachen Komposition und Rhythmik k&amp;auml;me es ihr dabei nicht so sehr auf Verdichtung an &amp;ndash; denn von der g&amp;auml;be es zu viel &amp;ndash; aber &amp;bdquo;Geheimnistuerei ist sehr wichtig&amp;ldquo;. In &amp;bdquo;Am Rande der M&amp;uuml;h&amp;ldquo; werden also Geheimnisse nicht enth&amp;uuml;llt, aber doch geheimnisvolle Prozesse nachvollzogen &amp;hellip; und dabei manch glitzernd Falter eingefangen.&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Franziska F&amp;uuml;chsl, &lt;/strong&gt;Schriftstellerin und (&amp;Uuml;ber-)&lt;/em&gt;&lt;em&gt;Setzerin, die zwischen Wien und Kiel pendelt.&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;a href="https://ffxl.xyz" target="_blank" rel="noopener"&gt;&lt;em&gt;ffxl.xyz&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Christian Thanh&amp;auml;user&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;&amp;Ouml;sterreichischer K&amp;uuml;nstler, Illustrator und Verleger.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;a href="https://thanhaeuser.at" target="_blank" rel="noopener"&gt;&lt;em&gt;thanhaeuser.at&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Am Rande der M&amp;uuml;h &lt;/strong&gt;von Franziska F&amp;uuml;chsl&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;erscheint im M&amp;auml;rz 2026&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;im Verlag Edition Thanh&amp;auml;user&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Buchpr&amp;auml;sentation&lt;/strong&gt; am 25. 04. 2026&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;Lagerhaus Neufelden&lt;/em&gt;&lt;br&gt;&lt;em&gt;Zu diesem Anlass werden Holzschnitte von Christian Thanh&amp;auml;user, die f&amp;uuml;r dieses Buch am Rand der gro&amp;szlig;en, kleinen und steinernen M&amp;uuml;hl entstanden sind erstmals ausgestellt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</summary></entry><entry><title>Die kleine Referentin</title><link href="http://diereferentin.servus.at/die-kleine-referentin-T9JK/" rel="alternate"/><author><name>Juri und Terri Fruehling</name></author><id>http://diereferentin.servus.at/die-kleine-referentin-T9JK/</id><summary type="html">
&lt;p&gt;&lt;img src="../../../../media/_versions/kleine_referentin_%2343_02_big.jpg" alt="Die kleine Referentin" width="1042" height="1339"&gt;&lt;br&gt;&lt;span style="font-size: 10pt;"&gt;&amp;copy; Juri &amp;amp; Terri Fr&amp;uuml;hling, Lobo von Auberg&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</summary></entry></feed>